Burschenschaft Hasenlauf
Wer wir sind
und was uns verbindet und wie es zu all dem kam

Diese Seite dient der
Information derer, die sich wenig unter dem Begriff
"Burschenschaft Hasenlauf" vorstellen können.
Man erfährt einen kurze
Darstellung der Geschichte der Burschenschaft und es gibt etwas zum
Selbstverständnis und der "inneren Werte" der Burschenschaft zu lesen.
An der oberen Lahn, im so
genannten hessischen "Hinterland" liegt das reizvolle Städtchen
Biedenkopf,
auch gerne "Perle der oberen Lahn" genannt.
Die Bürger dieses Luftkurortes werden alle 7 Jahre von einem eigentümlichen
Fieber erfasst: dem "Grenzgangs-Fieber".
Zuletzt war es 1998 soweit, das nächste mal steht im Jahre 2005 ein solches
Ereignis bevor (sofern Krieg, Dürre oder Hungersnot dem nicht
widersprechen werden).
Es geht also um ein Heimatfest, das in seiner Art unvergleichbar ist.
Mit großer Begeisterung widmet sich der relevante Teil der Bevölkerung, also
der männliche Teil, den Vorbereitungen und der Durchführung einer 3-tägigen
Begehung der Stadtgrenze, die fast ausschließlich durch den üppigen
umliegenden Waldbestand verläuft.
Bereits in feudaler Vorzeit wurde die Begehung der Stadtgrenze durch den umfangreichen
Waldbestand vollzogen, um den Grenzverlauf zu kontrollieren.
In neuerer Zeit,
also seit Beginn des 18. Jahrhunderts, wurde der Grenzverlauf mit Grenzsteinen
markiert.
Neidische Nachbarn ließen sich verleiten, gelegentlich Grenzsteine
zu ihren Gunsten zu versetzen.
Dem musste entgegen gewirkt werden, regelmäßige
Kontrollen wurden also notwendig.
Im 19. Jahrhundert hat sich aus einer administrativen Angelegenheit ein
bürgerliches
Volksfest entwickelt.
Um dieses Geschehen zu organisieren, finden sich die verheirateten Männer in
"Männergesellschaften" vereint und die unverheirateten, also zumeist jungen
Männer, schließen sich in "Burschenschaften" zusammen.
Diese Burschenschaften bestimmen
sich also in ihrem Wesen aus dem Zusammenhang mit dem Heimatfest "Grenzgang"
in Biedenkopf/Lahn.
Wenn man sich nun als Außenstehender
vorstellen will, was denn eine "Burschenschaft" in Biedenkopf bedeutet, kann
man nur bedingt auf bekannte Muster zurückgreifen.
In den umliegenden Dörfern des Städtchens
Biedenkopf wird jährlich Kirmes gefeiert, getragen von den örtlichen
Burschenschaften.
Im nicht fernen Marburg/Lahn sind studentische Burschenschaften schon lange
existent und bekannt.
Die Burschenschaften in Biedenkopf sind jedoch in ihrem Verständnis primär dem
Heimatfest "Grenzgang" verpflichtet.
Sie haben in ihrem Selbstverständnis und Bräuchen sowohl Elemente aus den
studentischen Burschenschaften als auch von den dörflichen
Kirmes-Burschenschaften integriert.
Eine herausragende Burschenschaft
des Grenzgangs in Biedenkopf ist die
Traditionsburschenschaft Hasenlauf, die sich hier kurz vorstellt.
Die Geschichte der
innovativen Traditionsburschenschaft Hasenlauf lässt sich bis in das letzte
Jahrtausend zurückverfolgen.
In den Aufbaujahren nach dem letzen Krieg hatten
sich in Biedenkopf neue Wohngebiete gebildet.
Die neuen Stadtteile, die man
mit "Hasenlauf" und "Altenstadt" bezeichnet, bildeten die Einzugsbereiche der
1970 gegründeten "Männergesellschaft Hasenlauf".
Zwei Grenzgänge später, also im Jahre 1984, war der Nachwuchs am Hasenlauf
soweit, dass der Bedarf einer entsprechenden Burschenschafts-Neugründung
vielfach formuliert wurde.
Eine Reihe Vorbereitungstreffen wurden gehalten, in
deren Folge am 7. April 1984 die "Burschenschaft Hasenlauf" in der Gaststätte
"Zur Luise" gegründet wurde.
Diese legendäre Schankstube sollte fortan für
viele Jahre das Stammlokal der Burschenschaft sein.
Viele Erinnerungen der
Hasenlaufburschen an fröhliche Stunden in diesem Wirtshaus sorgen für den
Wunsch der Burschenschaft Hasenlauf, stets eine Verbundenheit zu diesem Lokal
zu pflegen.
Am 10. August 1984 wurde durch eine Fahnenweihe, eine feierliche Zeremonie auf
dem Platz des Waldhäuschens der Männergesellschaft Hasenlauf, die neue Fahne
der Burschenschaft Hasenlauf in die Gemeinschaft der anderen Grenzgangsfahnen
und der Stadtfahne aufgenommen.
Übrigens, wer die Fahne noch nicht gesehen hat, dem sei empfohlen, dies bei
passender Gelegenheit nachzuholen (wie wär's beim Grenzgang 2005?), denn es
ist ein handwerklich prachtvolles Exemplar, das in kunstvoller Stickarbeit
einerseits das Wappentier der Burschenschaft darstellt, einen springenden
Hasen, und auf der anderen Seite das Stadtwappen Biedenkopfs ehrt.
Die Burschenschaft Hasenlauf stellt im Reigen der Biedenkopfer
Grenzgangs-Burschenschaften die jüngste Burschenschaft dar.
Die letzte
Neugründung erfolgte vier Grenzgänge zuvor aus vergleichbarem Anlass ("Billerbach",
1956).
Trotz mancher skeptischer Einwände konnte sich die Burschenschaft Hasenlauf
sehr schnell etablieren und hat heute einen nicht mehr wegzudenkenden Platz im
Grenzgang Biedenkopfs.
Die Anzahl der Burschen stieg von einem Grenzgang zum nächsten. Waren es im
Gründungsjahr bereits 55 Burschen, die von den beiden Führern Matthias
Peuckert und Karl-Uwe Velte angeführt wurden, so waren es im nächsten
Grenzgang 1991 bereits 65 Burschen, die Stefan Roth, Jens Kunkler und Birger
Kreutz zu ihren Führern wählten.
Jens Kunkler nahm im nächsten Grenzgang einen Sitz im Grenzgangskomitee ein.
Schon 1991 gelang es den Burschen vom Hasenlauf durch einen heldenhaften Sieg
im legendären Fußballturnier über die anderen Burschenschaften zu triumphieren
und somit konnten sie den begehrten Pokal für sich gewinnen!
Im letzten Grenzgang 1998 wurde in der Burschenschaft Hasenlauf die stattliche
Zahl von 78 Burschen gezählt, die wiederum von 3 Führern über die Grenze
geführt wurden: Stephan Brunner, Fred Liebetrau und Rainer Henkel.
Mit etwas Stolz war es der Burschenschaft in den beiden letzten Grenzgängen
gelungen, jeweils einen Reiter aus ihren Reihen zu stellen: Heiner Grebe im
Grenzgang 1991 und Markus Cottu im Jahre 1998.
Der Hasenlaufbursche Andreas Wille hatte 1998 die Ehre, dem Burschenhauptmann
als Adjutant zur Seite zu stehen.
Selbstverständnis
Die Burschenschaft
Hasenlauf bekennt sich aus Überzeugung zu den Werten und Traditionen des
Grenzgangs in Biedenkopf.
Die Burschen leben und gestalten das Brauchtum des
Grenzgangs mit großem persönlichem Engagement und mit Freude.
Dabei ist es
ihnen in besonderem Maße wichtig, Tradition und Erneuerung in Einklang zu
bringen.
In ihrer Gesamtheit hat die Burschenschaft Hasenlauf einen eigenen und
einzigartigen Charakter entwickelt.
Neben der Verpflichtung zur Tradition
stehen Werte wie Toleranz und Weltoffenheit an oberster Stelle.
Geistige
Offenheit und Akzeptanz des Andersdenkenden sind Grundsätze, die vorbildlich
gelebt werden.
Ja, es funktioniert - es diskutieren und feiern harmonisch
miteinander Konservative, Sozis, Monarchisten, Katholiken, Protestanten,
Atheisten, Juden, Heteros, Homos, Eintracht-Fans und sogar Wallauer!
Soziale
Stände interessieren nicht, vom Jung-Unternehmer bis zum Arbeitslosen hat hier
jede Person das gleiche Ansehen.
Darüber hinaus ist die Burschenschaft als friedfertig, kommunikativ,
integrativ und sozial zu charakterisieren.
Im Vordergrund steht jedoch stets
der Spaß an der Freude.
Die Hasenlaufburschen werden vielfältig unterstützt durch aktive und
attraktive Mädchen, die allgemein als "Häschen" bekannt und geschätzt sind.
Tradition und gesellschaftliches Leben werden durch die Burschenschaft
Hasenlauf auch außerhalb der Grenzgangsjahre gepflegt.
Jährlich trifft man
sich mindestens zu einer Jahreshauptversammlung, dem Osterfrühschoppen, einer
Himmelfahrtswanderung, dem Maibaumaufstellen und zum legendären
Kartoffelbraten am Hasenlaufhäuschen, das als eines der schönsten Waldhäuschen
Biedenkopfs gilt.
Die Veranstaltungen werden stets gern besucht, denn das
Vergnügen daran ist garantiert.
Mit dem jährlichen Maibaumaufstellen am "Maibaumplatz" (Am Hasenlauf Ecke
Kottenbachstraße) hat man sich einem weiteren Brauchtum verpflichtet, das
vielerorts auf den umliegenden Dörfern und auch in Biedenkopf schon lange
gepflegt wird, gelegentlich aber wieder eingeschlafen ist, wie beispielsweise
am Marktplatz.
Diese Traditionspflege wird begleitet durch Aktivitäten mit innovativem
Charakter, daher das Selbstverständnis der "innovativen
Traditionsburschenschaft".
So war die Burschenschaft Hasenlauf die erste Burschenschaft Biedenkopfs, die
einen nennenswerten Auftritt im Internet hatte.
Die Webseite www.hasenlauf.de wird viel beachtet und geschätzt. Damit wurde ein vorbildhaftes Beispiel
geschaffen, das als Vorlage und Anregung für manchen Webauftritt anderer
Burschenschaften dient.
Wem diese kurze Darstellung der "BSH" nicht ausreicht und wer Appetit auf mehr
bekommen hat, der darf sich gerne auf dieser Webseite weiter umschauen.
Hier gibt es reichlich Material in Text, Bild und Ton, um sich
ein umfassendes Bild der Burschenschaft zu machen.
Ein gewisser
Unterhaltungswert ist dabei nicht von der Hand zu weisen …
Übrigens, während Biedenkopf im Jahr 2004 seine 750-jährige Geschichte
feiert, hat im gleichen Jahr die Burschenschaft Hasenlauf auch Anlass zu
jubilieren: Sie feiert ihr bereits 20-jähriges Bestehen!
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© Copyright Eckhard Henkel, letzte Änderung am
27.01.04