
Dem internationalen Publikum wird hier eine Kurzdarstellung der
Historie der Biedenkopfer Traditionsburschenschaft Hasenlauf geboten. Die Darstellung
wurde auf der Grundlage überlieferter Protokolle erstellt.
Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Kopie der
Burschenschafts-internen Protokolle.
Dagegen sprechen mehrere Gründe. Insbesondere soll die Jugend der Welt geistig und
moralisch nicht weiter verführt werden.
Daher sollten alle Inhalte ausgenommen sein, die allgemein als flachgeistig, unmoralisch,
sexistisch, gewaltverherrlichend, rassistisch, nationalsozialistisch,
drogenverherrlichend, diskriminierend oder aus anderen Gründen als verwerflich gelten.
Im Sinne des Persönlichkeits- und Datenschutzes erfolgt die Nennung von Namen oder die
bildliche Darstellung nur dann, wenn vom Autor ein übergeordnetes oder öffentliches
Interesse erkannt wurde.
Aus steuertechnischen Gründen wird auf die Darstellung von Kassenberichten verzichtet.
Leider ist nun nicht mehr viel übrig geblieben...
... machten sich einige junge Männer Gedanken darum, ob es nicht
sinnvoll sei, den Biedenkopfer Grenzgang um eine weitere, neue Burschenschaft zu
bereichern.
Schließlich war die Stadt nach dem Kriege gewachsen und die jungen Burschen des
Neubaugebietes am Hasenlauf und auf der Altenstadt hielten es für angemessen, sich in
einer neuen Burschenschaft zusammenzufinden.
Zwei Grenzgänge zuvor, im Jahre 1970, hatte sich die Männergesellschaft Hasenlauf
gegründet.
Nun, 14 Jahre später, gab es genügend Nachwuchs und somit Potential für eine neue
Burschenschaft.
Man erkannte, daß die eventuelle Neugründung einer Burschenschaft organisatorisch
höhere Aufwände versucht als die offiziellen "Neugründungen" der bestehenden
Burschenschaften nach Ostern.
Daher wurde bereits im Dezember 1983 ein informelles Treffen einberufen.
Diese weitsichtige Vorausschau sollte sich bewähren. Schließlich war es somit der
Burschenschaft Hasenlauf möglich, im Gründungsjahr mit einer eigenen Fahne über die
Grenze zu gehen!
Um das Interesse an einer neu zu gründenden "Burschenschaft
Hasenlauf" zu ermitteln, fand am 10. Dezember 1983 in der Gaststätte "Zur
Luise" ein erstes unverbindliches Treffen mit 23 Burschen statt.
Die Zusammenkunft wurde kurz nach 20:00 Uhr von Matthias Peuckert eröffnet.
Der Überlieferung nach wurde die Kernfrage nach dem "ob" einer Neugründung gar
nicht mehr gestellt, sondern man fing sogleich an, organisatorische Vorbereitungen zu
treffen.
Die Finanzierung wurde debattiert, die Regeln für das Erteilen von Strafen festgelegt und
man hielt es für erforderlich, einen vorläufigen Vorstand zu benennen.
Dieser vorläufige Vorstand wurde sodann gewählt.
Die Ergebnisse:
Matthias Peuckert: 1. Vorsitzender
Thomas Scholz: 2. Vorsitzender
Jürgen Hof: Rechner
Rainer Henkel: Schriftführer
Mit großer Anstrengung, lautstark und mit vielen Strafen wurden
weitere "Spielregeln" vereinbart.
Als regelmäßiger Treffpunkt wurde die Gaststätte "Zur Luise" gewählt.
Um etwa 23:30 Uhr wurde die Versammlung offiziell beendet.
Im anschließenden inoffiziellen Teil versuchte man sich im Absingen des "Lied von
der Wanze" und anderer Lieder. Festzustellen war, daß die Textsicherheit noch zu
verbessern sei.
Die Zusammenkunft stellte einen vielversprechender Anfang dar!
Die Versammlung wurde in der Gaststätte "Zur Luise" um
20:04 Uhr vom vorläufigen 1. Vorsitzenden Matthias Peuckert eröffnet.
Die Anwesenden konnten neue Burschen begrüßen, man zählte nun 32 Burschen.
Es gabe weitere Debatten zu den Spielregeln.
Neue Mitglieder stellten sich vor. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei Karl-Uwe Velte,
welcher sich als "mittellos" bezeichnete.
Ein Diskussionspunkt war die Festlegung der Art von Getränken, die der Burschenschaft
standesgemäß seien. Man einigte sich auf Bier, Schnaps und Apfelwein. Zeitweilig kam
auch "Clausthaler" in's Gespräch. Diese Idee wurde wieder verworfen, da das
Getränk nicht von der Wirtin geführt wird.
Das "Lied von der Wanze" wurde angestimmt.
Maßnahmen zur Verbesserung der Liedtextfestigkeit wurden beschlossen.
Die beiden Vorsitzenden fühlten sich mit der Führung der Versammlung langsam
überfordert. Daher wurde beschlossen, einen vorläufigen 3. Vorsitzenden zu wählen.
Aus der Wahl ging Birger Kreutz als vorläufiger 3. Vorsitzender hervor. Da eine Stichwahl
ausgesprochen knapp ausfiel, wurde der unterlegene Stefan Maaß ehrenhalber zum
inoffiziellen 4. Vorsitzenden erklärt.
Um 22:45 Uhr wurde der offizielle Teil der inoffiziellen Versammlung mit dem Singen von
"Oh alte Burschenherrlichkeit" abgeschlossen.
Die Versammlung in der Gaststätte "Zur Luise" wurde um
20:00 Uhr vom vorläufigen 2. Vorsitzenden Thomas Scholz eröffnet und die 28 anwesenden
zukünftigen Burschen wurden von ihm begrüßt.
Die Brüder Roth hatten zwanzig Liedhefte der Raiffeisenbank Wallau besorgt, diese wurden
verteilt.
Man einigte sich auf einen zukünftigen 3-wöchigen Versammlungsrhythmus.
Inzwischen zählte man 25 Mitglieder und 3 "Neue".
Das Thema der Anschaffung einer eigenen Fahne wurde erörtert.
Die Kosten schätzte man für ein gedrucktes Exemplar auf 3.000, für ein gesticktes
Exemplar auf ca. 6.000 GE (Geldeinheiten).
Anmerkung: Die in Versammlungen übliche Währungseinheit ist der
"Liter". Die Benennung der im Alltag üblichen Währungseinheiten ist unter
Strafe untersagt.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Debatte um die Festlegung eines
Liedrepertoires.
Das Ergebnis der Debatte sah wie folgt aus:
- Drei Lilien
- Ein Heller und ein Batzen
- Heute wollen wir marschieren (Westerwaldlied)
- Kein schöner Land
- Nehmt Abschied, Brüder
- Oh alte Burschenherrlichkeit
- Tief im Hinterland
- Das Lied von der Wanze
Vorschläge wie "Oh Tannenbaum" (Karl-Uwe Velte) oder
"Ich liebe dich" (Stefan Maaß) wurden zu Beginn der Debatte verworfen.
Das Lied "Grenzgang am Hasenlauf" wurde als erforderlich erklärt.
Nach Absingen der "Drei Lilien" und einer Pinkelpause wurde unter reger
Zustimmung die erste Kassenrunde der zukünftigen "Burschenschaft Hasenlauf"
bewilligt.
"Oh alte Burschenherrlichkeit" wurde angestimmt und Bursche Martin Schmeck als
"Chefanstimmer" ernannt.
In einer regen Debatte um die Zugangsbedingungen zur Burschenschaft galt schließlich als
Konsens die übliche Regel, daß ein Jungbursche im Konfirmationsalter von 14 Jahren die
erforderliche Reife besitzt.
Als 2. Schriftführer wurde Georg Albert (Jörg) Kötteritzsch gewählt.
Als 2. Rechner wurde Peter Liebetrau gewählt.
Nach einer Pinkelpause wurde "Das Lied von der Wanze" angestimmt. Abweichungen
vom Text wurden mit Strafen geahndet.
Die Veranstaltung wurde um 23:00 Uhr mit dem Lied "Oh alte Burschenherrlichkeit"
offiziell geschlossen.
Der inoffizielle Teil wandelte sich in einen fröhlichen Liederabend und fand erst am
frühen Sonntagmorgen sein Ende.
Um 20:00 Uhr eröffnete der 2. Vorsitzende Thomas Scholz die
Versammlung.
Den Weg zur Versammlung hatten dieses mal 10 Burschen gefunden.
Nach der üblichen Protokollverlesung und dem Kassenbericht gab es Debatten um finanzielle
Aspekte (Strafen, Außenstände etc.).
Wegen Terminüberschneidungen des nächsten geplanten Treffens (3.3.84) mit zwei
Karnevalsveranstaltungen wurde entschieden, das nächste Treffen auf den 25. Februar
vorzulegen.
Der Bursche Peter Liebetrau machte konstruktive Vorschläge zur Gestaltung des Sonntags
nach den Grenzgangstagen. Die Debatte des Themas wurde auf einen späteren, angemesseneren
Termin vertagt.
Nach Absingen des "Liedes von der Wanze" und den damit verbundenen üblichen
Schwierigkeiten wurde eine Kassenrunde bewilligt. Auf diese Weise sollten die wenigen
Anwesenden für ihr Kommen belohnt werden.
Um 21:30 Uhr wurde die Versammlung mit dem Absingen der "Alten
Burschenherrlichkeit" geschlossen.
Pünktlich um 20:00 Uhr eröffnete der 3. Vorsitzende Birger
Kreutz die Versammlung.
Erstes Thema war die Versorgung der Burschen mit Bier und fester Nahrung auf den
Frühstücksplätzen.
Man einigte sich darauf, nach einer offiziellen Gründung der Burschenschaft den Kontakt
mit dem Frühstücksplatzwirt der Männergesellschaft Hasenlauf, Oswald Henkel
aufzunehmen.
Von dem Burschen Karl-Uwe Velte wurde angeregt, die Gründung einer
"Mädchenschaft" vorzubereiten.
Nach kurzer Diskussion, ob dafür Jungfrauen erforderlich seien, wurde in Stichworten
erklärt, welche Aufgaben eine solche Vereinigung zu übernehmen habe.
Es stellte sich heraus, daß sowohl die körperliche als auch seelische Betreuung der
Grenzgänger wichtigste Aufgabe sei. Verschiedene Vorschläge wurden diskutiert, wie man
am besten zu "willigen" Damen käme. Die Wahl eines Koordinators wurde in's Auge
gefaßt. Als Ergebnis einer Abstimmung wurden mit dieser Aufgabe die Burschen Carsten
Engelhardt und Michael Kümpfel betraut.
| Eine sportliche Wette
wurde formuliert. Inhalt der Wette war, ob es dem geübten Burschen S. gelingen könne, 10 kleine Bier in 4 Minuten zu trinken. Der Proband verfehlte das waghalsige Ziel nur knapp: Bis auf eines schaffte er alle in 3 Minuten 50 Sekunden. |
![]() |
Die Idee wurde formuliert, zu Ostern ein Kartoffelbraten zu
veranstalten.
Nach einer Kassenrunde wurde um 22:00 Uhr die Versammlung mit dem Absingen der "Alten
Burschenherrlichkeit" geschlossen.
Pünktlich um 20:00 wurde die Zusammenkunft von Matthias Peuckert
eröffnet.
Zwei neue Burschen durften begrüßt werden: Manfred Eckert und Andreas Hesse.
Nach Protokollverlesung und Kassenbericht wurde beschlossen, für den geplanten
Gründungstermin am 7. April 1984 eine Zeitungsannonce aufzugeben.
In verantwortlicher Sorge und weiser Voraussicht kam wiederum das Thema der Bierversorgung
auf den Frühstücksplätzen zur Debatte.
Die Organisation eines "Osterbratens" stand zur Debatte. Angedacht war eine Art
Faßpartie am Ostersamstag, dem 21. April. Man erwägte, auch Bürger der
Männergesellschaft Hasenlauf einzuladen. Schließlich war dem Vernehmen nach mit einem
gewissen Wohlwollen der Männer zugunsten der zu gründenden Burschenschaft zu rechnen.
Die Debatte um die Gestaltung der Fahne nahm breiten Raum ein. Vorschläge waren u. a. ein
Hase als Wirt oder ein Wappenhase aus einer Bierflasche herausschauend. Auch war strittig,
ob auf der Fahne der Name der "zuständigen" Gaststätte erscheinen müsse.
Schließlich wurde Jost Schmidt auserkoren, eine Fahne zu entwerfen.
Das Aussehen der Abzeichen für den Frühstücksplatz wurde debattiert. Der Vorschlag,
Luise Schaufuß solle auf dem Abzeichen erscheinen, wurde mit großem Entsetzen verworfen.
Nach ein paar weniger nennenswerten Zwischenfällen und dem Absingen der "Alten
Burschenherrlichkeit" wurde die Versammlung geschlossen.
Am 7. April 1984, kurz nach 20:00 Uhr eröffnete der bisherige 1.
Vorsitzende des Stammtisches Hasenlauf, Matthias Peuckert die Versammlung und begrüßte
35 Burschen.
Um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu verleihen, erschienen einige Burschen in
piekfeinen Anzügen.
Sofort nach der Begrüßung erschall der Ruf nach einer Kassenrunde. Der Schreihals konnte
nicht mehr eindeutig festgestellt werden, jedoch ist anzunehmen, daß sich Bursche
Liebetrau sen. wieder einmal betätigte.
Das Protokoll des letzten Vorbereitungstreffens wurde verlesen.
Dann gab Bursche Kümpfel einen Bericht von der Gründung der "Mädchenschaft
Hasenlauf" ab. Bei dieser Versammlung waren 13 Mädchen anwesend.
In diesem Zusammenhang schlug Bursche Engelhardt sen. vor, die Mädchen mögen sich
"Häschen" nennen, die Burschen jedoch sollten sich biologisch korrekt
"Rammler" nennen.
Nach Verlesung des Kassenberichts erfolgte der Vorschlag von Matthias Peuckert, den
Stammtisch nun offiziell in die "Burschenschaft Hasenlauf" umzuwandeln.
Sofort mußten einige Zwischenrufe registriert werden.
So verlangte beispielsweise der Bursche Schmidt-Hatzfeld eine letzte Kassenrunde auf
Kosten des Stammtisches während Bursche Schmeck vorschlug, ein letztes Lied zu singen.
Weiterhin erklärte er sich bereit, künftig alle Lieder auf dem vorhandenen Harmonium zu
begleiten. Dies wurde allgemein akzeptiert.
Als nächstes erfolgte eine Vorstellungsrunde, wobei sich Bursche Velte erneut als
mittellos bezeichnete.
Bursche Henkel berichtete von einer Unterredung mit dem Vorsitzenden des
Grenzgangsvereins, Horst Prätorius. Hierbei stellte sich heraus, daß als einziges der
erste Hasenentwurf (Hase als Wirt) kritisiert wurde.
Schließlich wurde nach Abstimmung die offizielle Gründung der Burschenschaft Hasenlauf vollzogen!
Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, daß ab sofort nur noch die
Anrede "Bursche" erlaubt sei.
Der Vorstand der Burschenschaft soll sich in Zukunft wie folgt zusammensetzen:
- Zwei offizielle Führer (pro 30 Burschen ein Führer)
- Ein Rechner
- Ein Schriftführer
Dem erweiterten Vorstand gehören außerdem noch die Stellvertreter sowie die
inoffiziellen Führer (als Stellvertreter für Versammlungen) an.
Die Wahlen sollten von einem Wahlausschuß vollzogen werden.
Dieser setzte sich aus dem ältesten Burschen (Jürgen Hof) sowie Bursche Velte zusammen.
Aus den vielen Vorschlägen zum 1. Führer ging schließlich Matthias Peuckert als Sieger
hervor.
Nach der Annahme der Wahl und Entgegennahme der Gratulationen spendierte der
frischgebackene 1. Führer eine Runde.
Als der erste Führer später zur Klingel griff, um Ruhe herzustellen, gab diese keinen
Ton von sich. Eine sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß der Klöppel mit Kaugummi
verklebt war. Als Übeltäter wurde dann Bursche Schmitt-Biedenkopf entlarvt. So mußte er
sich entsprechend räuspern.
Die Wahl zum 2. Führer erfolgte anschließend. Unter den vorgeschlagenen Kandidaten
befand sich auch Bursche Wille. Dieser lehnte ab und gab "drei Liter". Bursche
Schmeck verstand jedoch "Heil Hitler". Dieser Ausflug in die braune
Vergangenheit kostete ihn zwei Liter.
Bei der Wahl entfielen schließlich 25 Stimmen auf den Burschen Velte. Dieser bewilligte
daraufhin eine Runde.
Ein schweres Vergehen mußte vermeldet werden: Die Burschen Siebott und Peuckert jun.
verrichteten ihre Notdurft auf der Damentoilette. Bursche Peuckert zahlte 3 Liter, Bursche
Siebott wegen Wiederholung 5 Liter.
Als nächstes wurde der Schriftführer gewählt. Die Kandidaten Engelhardt sen. und Henkel
erhielten 2 zu 26 Stimmen. Somit wurde Bursche Henkel zum Schriftführer benannt.
Nach einer Pause wurde bekannt, daß Bursche Liebetrau sen. eventuell für das Amt des
Wettläufers kandidieren wolle.
Die Wahl des ersten Rechners stand an. Bursche Hof ging aus der Wahl mit 30 zu 5 Stimmen
hervor. Er nahm an und gab 10 Liter.
Nun war es an der Zeit, zwei Lieder anzustimmen: Der Grenzgangswalzer und "Prost,
prost, Kameraden". Der Gesang wurde von dem Chefanstimmer Bursche Schmeck mehr oder
weniger melodisch auf dem Harmonium begleitet.
Die Organisation der Bratpartie am 21. April wurde geregelt.
Nochmals kam die Sprache auf den Fahnenentwurf. Die Burschen Schmidt-Wolfgruben und Henkel
sollten sich um einen weiteren Versuch bemühen.
Nach Debatten um Ohrschmuck ging die Versammlung ihrem Ende zu. Es wurde vereinbart, sich
in 3 Wochen wieder zu treffen und zum Ausklang wurden "Grenzgang am Hasenlauf"
sowie die "Burschenherrlichkeit" gesungen.
Somit wurde der offizielle Teil um 0:00 Uhr geschlossen.
Die für den 21. April 1984 (Ostersamstag) am Hasenlaufhäuschen
geplante Kartoffelbratpartie wurde wegen Feuergefahr in das Schützenhaus verlegt.
Dieses erste Kartoffelbraten der Burschenschaft Hasenlauf wurde auch von einer Delegation
der Männergesellschaft Hasenlauf besucht.
Der 1. Führer der Männergesellschaft hielt eine kleine Ansprache und wünschte der
Burschenschaft Hasenlauf ein gutes Gelingen. Dabei überreichte er den Burschen eine
Spende der Männergesellschaft.
Es wurde bekannt, daß der anwesende Bürger Hildebrand am heutigen Tage seinen 64.
Geburtstag feiert. Daraufhin wurde ein Stemmkommando zusammengestellt, welches den Bürger
provisorisch "unter die Fahne" nahm. In Ermangelung einer Fahne flatterte als
Ersatz ein Oberhemd im Wind. Bürger Hildebrand bedankte sich mit einer Spende. Das
gleiche taten auch alle anderen Bürger.
Seitens der Bürger wurde die überaus herzliche und einsatzfreudige Bewirtung gedankt.
Als sich die Bürger um 21:00 Uhr verabschiedeten, konnten sie noch hinter der Hausecke
den Ruf vernehmen: "Jetzt darf die Musik wieder lauter gestellt werden!"
Die 2. Versammlung der Burschenschaft wurde am 28. April 1984 um
20:00 Uhr vom 2. Führer Velte eröffnet. Der 1. Führer war wegen des Besuches des
4-Städte-Treffens in Oostduinkerke verhindert und ließ sich mit einem kurzen Brief und
einer Spende entschuldigen.
Der Kassenbericht wurde vom Rechner Hof mit größter Genauigkeit ausgeführt. Der Bericht
enthielt auch den Abschluß der Osterbratpartie, bei der die Bürger der
Männergesellschaft eine ausgesprochen ansehnliche Summe gespendet hatten. Der
Kassenbericht wurde mit Beifall angenommen.
Sechs neue Burschen stellten sich vor und spendeten einige Liter.
Das Protokoll der Gründungsversammlung wurde verlesen. Der Schriftführer Henkel gab
weitere Berichte über die Osterbratpartie und dem vorangegangenen Holzholen ab.
Die Wahl eines inoffiziellen 3. Führers wurde vorgenommen. Dieser Führer solle eventuell
abwesende Führer als Versammlungsleiter vertreten. Die Wahl wurde vom Burschen Achenbach
geleitet. Mit 20 Stimmen wurde schließlich Bursche Kreutz gewählt. Er nahm die Wahl mit
10 Litern an.
Als nächste Amtshandlung ernannte Führer Velte den Burschen Liebetrau sen. zum
offiziellen "Oberkassenrundenanstimmer". Diese Ehre war ihm 5 Liter wert.
Der Bierpreis war Anlaß zur Debatte. Das Ergebnis war, daß man sich mit der Wirtin Doris
auf einen Preis von 2,20 l für ein 0,4-Bier einigte.
Die Wahl eines 2. Schriftführers stand an. Die vorgeschlagenen Burschen Jacke, Strenger
und Liebetrau jun. lehnten jeweils mit einem Liter ab, Bursche Hund mit zehn,
Bursche Eckert mit fünfzig Litern. Für den Burschen Eckert wurde sodann ein
"Trullala" angestimmt. Aus der Wahl ging der Bursche Kötteritzsch mit 15 zu 12
Stimmen vor dem Burschen Reusch als Sieger hervor. Der neue zweite Schriftführer spendete
3 Liter auf seine Wahl.
In aufkommendem Trubel drang der Ruf des Burschen Eckert: "Ich will
Aquaplaning!". Man kann nur vermuten, daß sich sein Tisch bereits im Stadium ernster
Überschwemmungsgefahr befand.
Nach einer Pause wurde die Kassenrunde angetrunken, welche der Oberkassenrundenanstimmer
bereits lautstark verlangte.
Nach diversen Wetten und dem Absingen der "3 Lilien" wurden der 2. und der 3.
Rechner gewählt. Die Burschen Achenbach und Maluse (Kreutz jun.) wurden mit 15 und 10
Stimmen gewählt. Bei der Wahl fiel der Bursche Schmidt-Hatzfeld auf. Er stimmte 5 mal ab,
behauptete aber schließlich, er enthalte sich der Stimme.
Die turbulente Veranstaltung wurde nach der "Alten Burschenherrlichkeit"
offiziell um 22:45 Uhr geschlossen.
Kurz nach 20:00 Uhr wurde die Versammlung durch den ersten Führer
Peuckert eröffnet. 37 Burschen wurden begrüßt. Der Oberkassenrundenanstimmer Liebetrau
sen. versäumte es, rechtzeitig auf eine Runde hinzuweisen, was eine Spende von einem
Liter zur Folge hatte.
Das Protokoll der 2. Versammlung wurde verlesen und Berichte vom Maibaumaufstellen sowie
dem Tanz in den Mai vorgetragen.
Rechner Hof gab den Kassenbericht ab. Wegen undurchsichtiger Kassenführung hatte er 5
Liter zu büßen.
Nach Verzehr der Kassenrunde wurde noch einmal das Thema Fahne behandelt. Vom
Grenzgangskomitée wurde ein neuer Entwurf verlangt. Dieser sollte nun endgültig so
aussehen, daß ein Hase vor einem angedeuteten Waldhintergrund zum Sprung über einen
alten Grenzstein ansetzt.
Plötzlich ragte ein aufgespannter Regenschirm über die Köpfe der Anwesenden. Bursche
Engelhardt sen. behauptete, dies sei ein notwendiger Schutz gegen die allgegenwärtig
fliegenden Bierdeckel.
Nach einer Pause verabschiedeten sich die Burschen Blöcher und Engelhardt sen. mit der
Begründung, sie seien zu einem Tanzauftritt verpflichtet.
Einer Abstimmung folgend wurde "Ein Heller und ein Batzen" angestimmt.
Dann folgte eine Debatte zum Thema Beitrag. Nach langer Diskussion wurde festgelegt, daß
auf einen Grundbeitrag verzichtet wird, fehlende Burschen jedoch mit 5 Litern bestraft
werden.
Nach einer weiteren Pause gab Bursche Wolf zu bedenken, daß die ewigen Unterbrechungen
den Versammlungsablauf doch sehr stören. So erklärte er sich bereit, Dauerkatheder mit
Auffangbehältern zu installieren. Er würde ein Exemplar mitbringen, wenn sich ein
williges Versuchstier fände. Schließlich stellte sich Bursche Uwe Schneider selbstlos
zur Verfügung. Allein die Frage nach dem nötigen Kaliber war noch nicht geklärt.
Nächster Diskussionspunkt war das Abzeichen für den Frühstücksplatz. Eine
abschließende Einigung konnte nicht erzielt werden.
Nun wurde das Thema Reiter debattiert. Als möglicher Kandidat galt Birger Kreutz. Nach
einigem Drängen erklärte er sich dazu bereit. Als Reithilfe bot sich Bursche Wolf an,
der bereits 1977 für den Kottenbach ritt.
Um 23:00 Uhr wurde mit dem Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" die
Versammlung geschlossen.
Vor dem offiziellen Beginn der Versammlung mußte ein Bursche
bereits wieder den Heimweg antreten, hatte er doch ein paar "Hopfenkaltschalen"
zuviel getrunken.
Nach der Eröffnung der Versammlung durch den ersten Führer Peuckert trat sogleich der
Oberkassenrundenanstimmer in Aktion.
Es stellten sich zwei Neuzugänge vor, die Burschen Hans-Jürgen Wenz und Martin Henkel.
Führer Peuckert gab einen Bericht von der ersten Führerversammlung ab. Dort wurde als
Burschenhauptmann Ernst Cyriax gewählt.
Nach Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung wurde Bursche Wolf angesprochen, ob
er einen VDK (Versuchsdauerkatheder) mitgebracht habe. Ein solches Gerät wurde dann auch
prompt geholt. Bursche Uwe Schneider hatte sich zur Verfügung gestellt, war aber nicht
anwesend. Mangels Stellvertreter wurde der Versuch vertagt.
Der Schriftführer Henkel verlas einen Rückblick auf das Jahr 1977 und den damaligen
Grenzgang.
Vom Burschen Schmidt-Hatzfeld wurde "Der Mai ist gekommen" angestimmt. Außer
dem Burschen Schmeck kam allerdings niemand über die ersten Textzeilen hinaus. Also
schloß sich dem Lied ein kräftiges "Trullala", ein dreifaches "Zicke,
zacke, Hasenlauf" und der Grenzgangswalzer an.
Anschließend wurde das Thema "Wettläuferkandidat" aufgegriffen. Als Kandidaten
meldeten sich die Burschen Reusch, Liebetrau sen. und Winzer. Als Wahlleiter wurde
zunächst Bursche Kümpfel bestimmt, der aber angesichts des erfolgten Bierkonsums selbst
zu der Einsicht gelangte, er sei als Wahlleiter "völlig unfähig".
Um 21:10 Uhr erschienen die beiden Führer der Burschenschaft "Auf der Bach",
Achim Neumann und Rainer Höhn. Sie wollten einen Termin für das geplante Fußballspiel
ausmachen. Man einigte sich auf Samstag, den 16. Juni, 14:00 Uhr im Auestadion. Die
weitere Organisation wurde dem Burschen Wille und dem "Bach"-Rechner Klaus
Richter aufgetragen.
Sodann überraschte der Bursche Schmeck mit dem Vorschlag, nach der Versammlung im
Marktbrunnen baden zu wollen, wenn ihn weitere Burschen begleiten würden. Der Vorschlag
stieß auf allgemeine Zustimmung.
Die nächste Überraschung folgte: Der erste Führer gab bekannt, daß Bursche Kreutz
seine Kandidatur zum Reiter zurückgezogen habe!
Inzwischen war die Wahl des Wettläuferkandidaten ausgezählt. Peter Liebetrau erhielt 26
Stimmen, Thomas Winzer hatte 11 Stimmen erzielt. Somit wurde Bursche Liebetrau sen. als
Kandidat der Burschenschaft Hasenlauf zur Wahl des Wettläufers erkoren.
Nun wurde eine spektakuläre Wette angekündigt. Chefanstimmer Schmeck wollte versuchen,
mit seiner Stimme ein Bierglas zum Zerspringen zu bringen. Dies wäre Führer Velte und
Bursche Liebetrau sen. jeweils 50 Liter wert.
Jetzt ging Bursche Schmeck zur Sache. Er brachte zwar einen extrem hohen Ton hervor, das
Glas zersprang aber nur mit grober Zuhilfenahme eines Messers. Da dies eine eindeutige
Biervergeudung darstellte, wurde er mit 2 Litern Strafe belegt.
Führer Velte erklärte sich bereit, für diese Dreistigkeit die Hälfte des
Wetteinsatzes, also 25 Liter zu geben.
Der Oberkassenrundenanstimmer stimmte spontan "3 Lilien" an. Dem folgten
"Zicke, zacke ..." und "Prost, prost, Kameraden".
Nächstes Thema war das bevorstehende Fußballspiel gegen die Burschenschaft "Auf der
Bach". Zur Teilnahme fanden sich 19 Interessenten. Ein "Sichtungsspiel"
wurde für den folgenden Sonntag festgelegt. Bursche Strenger wurde beauftragt, 2 Kästen
Bier zu besorgen. Als Betreuer und Masseur konnte der kampfbewährte Rechner Hof gewonnen
werden.
Die Wahl eines Mädchenführers stand an. Vorgeschlagen wurden die Burschen Schmeck,
Schmitt-Biedenkopf, Schmidt-Hatzfeld und Neubursche Henkel. Bursche Schmeck lehnte ab. Die
Wahl gewann Bursche Schmidt-Hatzfeld mit 17 Stimmen, gefolgt vom Stellvertreter
Schmitt-Biedenkopf mit 14 Stimmen.
Letzter Tagesordnungspunkt war die Festlegung einer Himmelfahrtswanderung. Sie sollte
gemeinsam mit den Häschen durchgeführt werden und über den Kleeberg und die Grenze zur
Sackpfeife führen.
Nach Singen der "Alten Burschenherrlichkeit" wurde um 22:55 Uhr die Versammlung
geschlossen.
Anschließend zogen alle zum Marktbrunnen, in dem die Burschen Schmeck, Liebetrau sen. und
Kötteritzsch nun zum Bad schritten.
Diese Versammlung wurde im allgemeinen als die bisher schönste gelobt.
Der erste Führer eröffnete um 20:00 Uhr die Versammlung, zu der
41 Burschen gekommen waren.
Sofort tat der Oberkassenrundenanstimmer seine Pflicht.
Das Protokoll der 4. Versammlung wurde verlesen. Außerdem erstattete der Schriftführer
Henkel Bericht von der Himmelfahrtswanderung der Häschen und "Rammler". Bei
diesem Marsch nahmen knapp 50 Personen teil.
Besonders zu erwähnen war die Leistung der Burschen Endes und Henkel, welche den Burschen
Thielmann (ab sofort Bursche "Wetten, daß"!) auf den Schultern von der
Sackpfeife zur Hasenlaufhütte trugen. Diese Anstrengung sollte die Burschenschaftskasse
um 500 Liter bereichern.
Nach Verlesung des Protokolls stellte Chefanstimmer Schmeck den Antrag, dem Schriftführer
als Anerkennung für seine gelungenen Protokolle ein "Trullala" zu singen.
Bursche Schmidt-Wolfgruben meinte jedoch, es sei zweckmäßiger, ihm ein Freibier zu
geben. So wurde dann auch verfahren.
Der erste Führer berichtete dann von den vergangenen Führerversammlungen. Dort wurde zum
Burschenoberst Karl-Otto Pfeil gewählt, zum Adjutant wurde Thomas Denkler bestimmt.
Der erste Führer erinnerte daran, daß es üblich ist, daß Oberst, Hauptmann und
Wettläufer den Burschenschaften einen Besuch abstatten. Er appellierte, zu diesem
Zeitpunkt etwas Disziplin zu üben.
Die Stimmung wurde zunehmend "aufgelockerter", denn nach der Kassenrunde, den
beliebten "Drei Lilien" und einer Pinkelpause wurde es zunehmend schwierig, der
Unruhe entgegen zu wirken.
Nächster Tagesordnungspunkt war ein Fußballfreundschaftsspiel gegen die Burschenschaft
Galgenberg. Dies sollte am 30. Juni stattfinden.
Nächstes Thema war die Entscheidung über ein Frühstücksplatzabzeichen. Von 3
Alternativen entschied man sich für einen kunststoffummantelten Flaschenöffner mit
Aufdruck. Während dieser Besprechung fiel Bursche Kötteritzsch durch einen Striptease
auf. Er befreite sich von Hemd, Schuhen und Strümpfen.
Ein gemeinsames Kartoffelbraten mit den Häschen wurde beschlossen. Als Termin wurde der
7. Juli festgelegt.
Die Unruhe in der Versammlung wurde nicht weniger, auch das Singen der "Alten
Burschenherrlichkeit" half nicht.
Man schritt zu einer Versteigerung. Die Bürger der Männergesellschaft Hasenlauf hatten
mit Unterstützung der Hasenlaufburschen eine Quelle gefaßt und einen Brunnen am
Hasenlaufhäuschen versorgt. Das erste Quellwasser aus dem Brunnen war in eine
Weinbrandflasche gefüllt worden und sollte nun nach amerikanischem System versteigert
werden.
Proportional zum Preis der Flasche stieg der Grad der Unruhe.
Als die Unruhe weiter eskalierte und vor lauter Krach kaum noch etwas zu verstehen war,
sah sich schließlich gegen 22:40 Uhr der Führer Peuckert gezwungen, die Versammlung
abzubrechen.
Pünktlich um 20:00 Uhr eröffnete der 1. Führer Matthias
Peuckert die Versammlung und begrüßte 32 anwesende Burschen. Unmittelbar danach wurde
vom Oberkassenrundenanstimmer die nun schon traditionelle Kassenrunde verlangt.
Der 53. Bursche, Jörg Vollenberg aus Hatzfeld, durfte begrüßt werden.
Das Kartoffelbraten am 7. Juli wurde beratschlagt. Parallel zum Kartoffelbraten sollte die
7. Versammlung stattfinden.
Ein weiterer Termin wurde vorgemerkt: Am Sonntag, dem 22. Juli soll das traditionelle
Fußballturnier der nunmehr neun Burschenschaften stattfinden.
Um 20:33 erschien der Burschenoberst samt Gefolge zu Gast, lautstark angekündigt durch
die beiden Wettläufer. Es erfolgte eine kurze Vorstellung und Rede des Burschenoberst,
wobei er stark die Kameradschaft und die Einigkeit der Burschenschaften untereinander
betonte. Er beendete seine Ausführungen nicht ohne Lob, indem er feststellte, daß der
Grenzgang 1984 besser wird durch die neue Burschenschaft Hasenlauf!
Nächste Thema war die Fahne. Der von der Herstellerfirma gelieferte Entwurf mußte vom
Vorstand nochmals korrigiert werden. Als Liefertermin war der 1. August 1984 festgelegt
worden. Die Kosten würden sich auf insgesamt 5.600 Liter belaufen. Dies war der passende
Augenblick für den Burschenoberst, dem 1. Rechner eine Spende zu überreichen, gefolgt
von einem spontanen "Trullala".
Nächstes Thema waren Abzeichen und Aufkleber. Die Abzeichen seien nur in einer Grundfarbe
lieferbar. An Aufklebern bestand prinzipielles Interesse. Bursche Peuckert wollte die
Aufkleber einfarbig gestaltet sehen, mit weißer Schrift auf weißem Grund, was ihm jedoch
nur schallendes Gelächter einbrachte. Bursche Engelhardt sen. wollte
"zigtausend" Aufkleber bestellt wissen, um möglichst viele an den Mann bzw.
Burschen zu bringen. Für diese Aktion stellte Bursche Liebetrau sen. seine Gefriertruhe
zur Verfügung. Nach längerer Debatte entschloß man sich, 500 Aufkleber in Auftrag zu
geben, wobei Bursche Reusch sich bereit erklärte, die nicht verkauften Exemplare zu
übernehmen. Nach einer Pause wollte der erste Führer seinen selbst kreierten
"Hasenlaufblues" vorstellen, jedoch versagten die Boxen. Statt dessen wurden die
"Drei Lilien" gesungen.
Nun wurde die Versteigerung des ersten Wassers aus der Hasenlaufquelle erneut angegangen.
Die amerikanische Versteigerung stellte den finanziellen Höhepunkt der Versammlung dar:
sie sollte 452 Liter einbringen. Letztlich erhielt Bursche Schmeck den Zuschlag.
Zwischenzeitlich wurde der Burschenoberst und sein Gefolge verabschiedet. Nach einer Pause
erschien das Führungstrio der Burschenschaft Galgenberg, der 1. Führer Ochs, der 2.
Führer Wolff und Reiter Dalwigk.
Nach der Versteigerung konnte das Fußballspiel der Burschenschaften Hasenlauf und
Galgenberg besprochen werden. Die Spielzeit wurde auf 2 mal 45 Minuten festgelegt, nur
Bursche Reusch wollte 2 mal 24 Stunden spielen lassen.
Nach dem Spiel am 30. Juni, 14:00 Uhr im Auestadion werden die Mädchen beider
Burschenschaften ebenfalls ein Fußballmatch austragen.
Letzter Tagesordnungspunkt war die Mitgliedschaft im Grenzgangsverein.
Um 22:58 wurde die sehr disziplinierte Versammlung mit der "Alten
Burschenherrlichkeit" beendet.
Parallel zu dem gemeinsamen Kartoffelbraten mit den Häschen wurde
die 7. Versammlung auf dem Waldplatz am Hasenlauf ausgerichtet.
Diese erste Open-Air-Sitzung wurde um 15:30 Uhr vom ersten Führer Peuckert eröffnet.
Eine Spende in Höhe von 30 Litern von der Wirtin Doris Kalb wurde entgegen genommen. Nach
der obligatorischen Kassenrunde wurde auch den Mädchen eine Runde bewilligt. Die
Protokolle der 5. und 6. Versammlung wurden vorgetragen. Gegen 16:15 Uhr erschien der
Damenführer der Männergesellschaft Hasenlauf, Bürger Lettmann. Dieser hatte sich
zusammen mit dem 2. Damenführer Reitelshöfer bereit erklärt, die Burschenschaft mit
einer Spende zu unterstützen.
Eine zweite Kassenrunde wurde spendiert und der erste Führer berichtete von den letzten
Führer- und Reiterversammlungen. Das Fußballturnier am 22. Juli wurde angesprochen. Es
wurde gebeten, in einheitlicher Kleidung anzutreten. Bursche Kümpfel äußerte den
Vorschlag, nackt zu spielen.
Der Damenführer Lettmann meldete sich zu Wort. Er bot an, pro Spieler je gewonnenem Spiel
5 Liter zu spendieren.
Führer Peuckert bat die Burschen darum, dem Grenzgangsverein beizutreten.
Für den Kommersabend und den Sonntag nach dem Grenzgang konnte der neue Parkplatz an der
Ecke Hainstraße/Mühlweg gesichert werden.
Die nächsten Termine wurden abgestimmt:
- 22. Juli, 9:00 Uhr: Fußballturnier im Auestadion
- 27. Juli, 20:00 Uhr: Film- und Dia-Abend im Schützenhaus
- 3. August, 20:00 Uhr: Sogen. Altherrenabend "Zur Luise"
- 4. August, 20:00 Uhr: 9. Versammlung "Zur Luise"
- 10. August: Fahnenweihe (Uhrzeit und Ort werden noch bekanntgegeben, ein Fernsehteam
wird anwesend sein)
Nach den "Drei Lilien", einer offenen Diskussionsrunde und der "Alten
Burschenherrlichkeit" wurde die überaus heiße Versammlung um ca. 17:00 Uhr
beschlossen.
Bursche Wille schaffte es im Laufe des Abends noch, 10 kleine Bier in einer Zeit unter 2
Minuten zu trinken und erleichterte Bursche Strenger aufgrund einer Wette um 50 Liter.
Um 20:01 Uhr eröffnete der erste Führer Matthias Peuckert die
Versammlung im Stammlokal "Zur Luise" und begrüßte die 41 anwesenden Burschen.
Exakt 5 Sekunden später ertönte der Ruf nach einer Kassenrunde.
Dem "Neuburschen" Doris wurde ein Grenzgangskrug mit Widmung überreicht.
Das Protokoll der 7., sogenannten Open-Air-Sitzung wurde verlesen und genehmigt.
Zwei Neuburschen durften begrüßt werden: Matthias Biek aus Kombach und Stefan Runzheimer
aus Holzhausen.
Für das neue Maskottchen, einen Zwerghasen, sollte ein Name gefunden werden. Unter den
diversen Vorschlägen wie z. B. "Luise Schaufuß", "Rammler" usw.
erwies sich "Wotan Wahnwitz" als originellster und wurde somit beschlossen.
Der Führer Peuckert überreichte dem Nochburschen Strenger eine Trauerkarte anläßlich
seiner Verlobung, verbunden mit der Hoffnung, daß es zum nächsten Schritt nicht kommen
möge.
Das Seidippe wurde gefüllt und es erschien ein Gast, der 1. Rechner der Burschenschaft
"Auf der Bach", Klaus Richter. Gegen eine Spende durfte er antrinken. Der Reiter
für den ersten Grenzgangstag, Zierke, ebenfalls von "der Bach", wurde mit dem
Reiterlied "Drei Lilien" begrüßt.
Der sogenannte "Altherrenabend" wurde geplant. Für Bürger und Burschen solle
Freibier laufen, jedoch möge jeder Bursche mindestens 10 Liter spendieren.
Hackfleischbrötchen sollten zum Verzehr gereicht werden. Zum geselligen Teil sollen ein
Stafettentrinken und Anekdoten aus älteren Protokollen beitragen.
Eine Liste wurde herumgereicht, in der sich jeder Bursche eintragen möge, der Mitglied im
Grenzgangsverein werden wolle.
Nach einer Pause bewilligte der 2. Führer der Bachburschen, Rainer "Mostbär"
Höhn eine Seidippefüllung. Daraufhin wurde den anwesenden Bachburschen ein Bier auf
Kosten der Kasse spendiert.
Nächster Diskussionspunkt war die Frage, ob der Aufkleber der Burschenschaft rund oder
eckig sein solle. Führer Velte meinte hierzu, Bursche Liebetrau sen. habe einen IQ unter
Zimmertemperatur. Dieser verbesserte jedoch: "IQ liegt bei 4. Ideale Unterhaltung mit
Linsen und Knäckebrot."
Die Wahl der Fahnenträger stand an. Neun Burschen sollten bestimmt werden, für jeden
Grenzgangstag drei. Da sich elf Burschen zur Verfügung stellten, wurde ein Losentscheid
herbeigeführt. Die folgenden Burschen wurden zu Fahnenträgern bestimmt: Andreas Wille,
Fred Liebetrau, Peter Liebetrau, Norbert Kessler, Thomas Winzer, Birger Kreutz, Matthias
Biek, Jörg Schmitt, Thomas Rudeloff.
Über ein Geschenk für die Burschenschaft Galgenberg wurde beraten. Es wurde beschlossen,
einen Holzteller anfertigen zu lassen, der als Motiv die Fahne der Burschenschaft
Hasenlauf zeigt.
Nach Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" wurde der letzte
Tagesordnungspunkt angegangen.
Bursche Birger Kreutz hatte sich in einer der Anfangsversammlungen bereit erklärt, für
die Burschenschaft zu reiten, diese Entscheidung jedoch wieder rückgängig gemacht. So
spendete er sage und schreibe 400 Liter! Ein vierfaches "Trullala" folgte.
Die turbulente Sitzung wurde schließlich kurz vor 23:00 Uhr geschlossen.
20:00 Uhr "Zur Luise". Ohne Protokoll.

Nach Eröffnung der Versammlung durch den 1. Führer Peuckert
wurde vor 46 Burschen das Protokoll der letzten Versammlung verlesen.
Nach dem Kassenbericht war ein großes Thema die Planung der bevorstehenden Fahnenweihe.
Insbesondere die Freibierfrage nahm großen Raum ein. Schließlich wurde eine
Mindestspende von 10 Litern festgelegt und die Burschen könnten sich dann an Buffet und
Theke gütlich tun.
Als nächster Akt wurde die Vereidigung in Angriff genommen. Rechner Hof hatte als
ältester Bursche die Ehre, zusammen mit Fahnenträger Rudeloff die Vereidigung
vorzunehmen.
Die Vereidigung wurde vorgenommen, indem der betreffende Bursche einen Zipfel der Fahne
ergriff und folgende Worte sprach: "Hiermit gelobe ich, der Burschenschaft Hasenlauf
und Ihrer Fahne (auf ewig) die Treue zu halten und spende ... Liter."
Im Anschluß an die Vereidigung versuchte man sich an dem neuen Lied "Grenzgang mit
Dir", gedichtet und komponiert vom Führer der Männergesellschaft Hasenlauf, Dieter
Bastian.
Nach einer Pause wurden die ersten Interessenten für eine entsprechende Heiratsannonce
des Führers Velte registriert. Da bei der zukünftigen Ehefrau eine Mitgift von
mindestens 2 Mio. Litern erwartet wird, ist Führer Velte bereit, bei einer entsprechenden
Frau 5000 Liter zu spenden!
Für eine Marschübung wurde Samstag, 19:00 Uhr festgelegt. Die musikalische Begleitung
solle durch die beiden Burschenschaftstrommler, die Burschen Strenger und Kötteritzsch
übernommen werden.
Die Zuteilung der Fahnenträger auf die Grenzgangstage erfolgte mit folgendem Ergebnis:
1. Tag: Rudeloff, Kreutz, Liebetrau jun.
2. Tag: Schmitt, Winzer, Biek
3. Tag: Keßler, Roth sen., Wille
Anstelle des Burschen Liebetrau sen., welcher auf sein Amt verzichtete, wurde Bursche Roth
sen. zum Fahnenträger gewählt.
Der Reiter Salzmann erschien nun. Ihm zu Ehren wurde das Reiterlied "Drei
Lilien" angestimmt.
Plötzlich wurden die Clogs des Führers Velte vermißt. Zur Wiedererlangung setzte der
Besitzer 10 Liter aus. Jetzt wurden aber höhere Summen von den Burschen geboten und es
wurde eine Versteigerung angesetzt. Dabei erlangte Bursche Engelhardt sen. den Zuschlag.
Nach einer lustigen Unterhaltung wurde vereinbart, die Schuhe in Folie zu verschweißen
und als Relikt aufzubewahren.
Bursche Engelhardt sen. wagte eine tollkühne Wette: Er wolle mit den Clogs an allen drei
Tagen über die Grenze marschieren. Für Erfüllung der Wette setzten vier andere Burschen
insgesamt 90 Liter aus.
Führer Velte versuchte verzweifelt, seine Clogs wenigstens zum Toilettengang zu
ergattern. Für 10 Liter Spende durfte er sie endlich ausleihen.
Die gelungene Versammlung wurde nach der "Alten Burschenherrlichkeit" um 22:30
Uhr geschlossen.
![]() |
Am Freitag, dem 10.
August 1984, um 18:30 Uhr wird auf dem Platz des Hasenlaufhäuschens die neue Fahne der
Burschenschaft Hasenlauf in die Gemeinschaft der anderen Grenzgangsfahnen und der
Stadtfahne feierlich durch eine Weihe aufgenommen. Die Feierlichkeit wurde weiterhin von einem Buffet, Erfrischungsgetränken und einem Fernsehteam begleitet. |
Die Versammlung mit 39 Burschen wurde um 20:15 Uhr vom ersten
Führer eröffnet.
Unmittelbar anschließend trat der Oberkassenrundenanstimmer lautstark in Aktion.
Es folgte die Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung und des Kassenberichts.
Mit dem ehrenwerten Rechner Hof wurde ein Scherz getrieben: Die Führer und der
Schriftführer gaben als Bilanz der Fahnenweihe an, es sei ein volles 30-Liter-Faß
gestohlen worden, 130 Gläser seien zu Bruch gegangen, 12 Liter Kümmel vertilgt worden
und zum Schluß sei die Zapfanlage defekt gegangen. Als Außenstehender konnte man sich
kaum die Gesichtszüge des Rechners bei Bekanntgabe dieser "Fakten" vorstellen.
Als er sich einigermaßen gefaßt hatte, gab er völlig niedergeschlagen den Bankrott der
Burschenschaft bekannt.
Seine Mine erhellte sich schlagartig, als man ihn über den Scherz aufklärte.
Die Burschenschaft Galgenberg hatte der Burschenschaft Hasenlauf eine kleine
Aufmerksamkeit zukommen lassen. Auf einer versiegelten Schriftrolle hatten sie ein kleines
Gedicht in gotischer Schrift aufgesetzt. Die Entzifferung ging nur mühevoll vonstatten.
Die Vereidigung von Burschen, die bei der letzten Versammlung fehlten, wurde vollzogen.
Schließlich wurde bekannt, daß ein weißer Lederschlips angeblich vor der Wohnung eines
Häschens gefunden worden war. Der Eigentümer, Bursche Engelhardt sen. konnte ihn
schließlich für 20 Liter zurückersteigern.
In dieser letzten Versammlung vor dem Grenzgang sollten letzte Details für die
Grenzgangstage geklärt werden.
Als morgendlicher Treffpunkt um 6:30 Uhr wurde die Brauerei Balbach festgelegt.
Frühaufsteher sollten sich im Hotel Krone zum Frühstück treffen.
Nach dem Singen der "Drei Lilien" wurden weitere Einzelheiten festgelegt:
Aufstellen des Bierpilzes am "Kommersplatz", für das Stemmkommando kommt jeder
Bursche in Frage, eine weitere Schutzhülle für die Fahne wurde benötigt.
Die Überreichung des Geschenkes für die Burschenschaft Galgenberg solle am Kommersabend
erfolgen.
Für das Schmücken des Maibaumplatzes, des Kiesackers und der Kommersplätze wurden
weitere Termine genannt.
Nach einer Pause gab es längere Ausführungen zum Thema Marschieren vom Burschen Kreutz.
Er kritisierte die derzeitige Marschdisziplin, wie sie bei der Marschübung zu Tage trat.
Als zweifellos gebildeter Bursche in diesem Metier galt ihm nun alle Aufmerksamkeit.
Grundregel allen Marschierens sei es, sich im Takt nach dem Vordermann zu richten. Hier
könne eigentlich gar nichts schief gehen, da sich dieser auch nach seinem Vordermann zu
richten habe usw.
Nächste Regel: Beim ersten Takt sei der linke Fuß als erster vorzusetzen. Als
Hilfestellung empfahl er, auf dem Schuh eine Markierung anzubringen, wo links sei.
Nächste Demonstration: Marschieren im Stand. Wenn der Zug einmal stocken sollte, sei
darauf zu achten, daß man trotzdem im Stand weiter marschiere. Unter allgemeinen und
lautstarken Anfeuerungen gab er dafür praktische Beispiele.
Nächste Unterweisung: Bei der Aufstellung auf dem Marktplatz habe man sich nach dem
rechten Mann auszurichten. Zitat Bursche Kreutz: "Rechts ist da, wo der Daumen links
ist!"
Während des Vortrages stieg der Lärmpegel schließlich so, daß sich der zweite Führer
genötigt sah, nach der Glocke zu greifen. Als er diese schwang, löste sich der Griff und
die Glocke flog durch das Lokal. Eine eingehende Untersuchung ergab, daß nicht etwa
Sabotage, sondern schlicht und einfach Materialermüdung der Grund für den Abflug war.
Mit der Anrede "Kameraden, Kameräle, liebe Burschen, liebe Jungfrauen!"
versuchte Bursche Birger Kreutz eine Wiederholung seiner Ausführungen - "Man muß es
euch ja einbleuen..!!!"
So klang dann schließlich die ausgelassene Versammlung gegen 22:45 Uhr mit der
"Alten Burschenherrlichkeit" aus.
Gegen 17:00 Uhr traf man sich zum Aufstellen des Bierpilzes am
"Kommersplatz" der Burschenschaft Hasenlauf, dem neuen Parkplatz auf dem
ehemaligen Rotgerberschen Gelände schräg gegenüber des Stammlokals "Zur
Luise", an der Ecke Hainstraße/Mühlweg.
In feuchtfröhlicher Stimmung wurde der Vorabend des Grenzgangs begangen.
Durch ein Böllerschießen vom Schloßberg wurde um 19:00 Uhr der Grenzgang eingeläutet.
Die Musikkapellen stellten sich mit Platzkonzerten der Stadt vor. Bei Einbruch der
Dunkelheit wurde der Stadt und dem Schloß durch Illuminationen ein feierlicher Rahmen
gegeben.
| 6:00 Uhr | Böllerschießen
vom Schloßberg Weckruf durch die Musikkapellen |
| 7:00 Uhr | Aufstellung
des Festzuges auf dem Marktplatz Ansprache des Bürgermeisters Festzug durch die Kottenbachstraße, die Oberstadt zum Marktplatz, durch die Hainstraße und über die Ludwigshütte zur Grenze. Anfang der Grenzbegehung auf der linken Lahnseite. |
| 10:00 Uhr | Frühstück auf der Sackpfeife |
| 12:00 Uhr | Fortsetzung der Grenzbegehung bis zum Staffel. Nach kurzer Rast Festzug zur Stadt durch die Sudetenstraße - Im Feldchen |
| 16:00 Uhr | Festzug
zur Oberen Bleiche Volksfest und Tanz bis 23:00 Uhr |
| 6:00 Uhr | Böllerschießen
vom Schloßberg Weckruf durch die Musikkapellen |
||
| 7:00 Uhr | Aufstellung des Festzuges | ||
| 7:30 Uhr | Abmarsch zur weiteren Grenzbegehung durch die Bachgrundstraße, Bahnhofstraße, Hospitalstraße, den Galgenberg hinauf zum Staffel | ||
| 10:00 Uhr |
|
||
| 12:00 Uhr | Fortsetzung der Grenzbegehung bis zur Lahn an der Erlenmühle, von da zurück in die Stadt | ||
| 16:00 Uhr | Festzug
zur Oberen Bleiche Volksfest und Tanz bis 23:00 Uhr |
| 6:00 Uhr | Böllerschießen
vom Schloßberg Weckruf durch die Musikkapellen |
| 7:00 Uhr | Aufstellung des Festzuges |
| 7:30 Uhr | Abmarsch zur Grenzbegehung durch die Hainstraße zur Ludwigshütte. Begehung der Grenze auf der rechten Lahnseite |
| 10:00 Uhr | Frühstück am Gespaltenen Stein |
| 12:00 Uhr | Fortsetzung
der Grenzbegehung. Beim letzten Grenzstein an der Erlenmühle: Ansprache des Bürgerobersten Marsch zurück in die Stadt |
| 16:30 Uhr | Festzug
durch die Stadt zur Oberen Bleiche Volksfest und Tanz |
| Um den Grenzgang sanft
ausklingen zu lassen, trafen sich die Burschen am Folgetag des Grenzgangs an der Ecke
Hainstraße/Mühlweg, dort wo man auch schon den Kommers feierte. Im Bild nebenan sehen wir den Burschen Georg Albert Kötteritzsch mit einer Trommel des Spielmannszugs Biedenkopf. Schwester Petra im Hintergrund himmelt ihn an. Seine Brust schmückt das Abzeichen der Burschenschaft Hasenlauf 1984, ein formschöner Kapselheber, kunststoffummantelt, mit dem Emblem der Burschenschaft bedruckt und ansonsten in modischem Orange gehalten. |
![]() |
Diese letzte offizielle Versammlung in Verbindung mit dem
Grenzgang 1984 fand wie üblich im Lokal "Zur Luise" statt.
Bereits vor Beginn um 20:00 Uhr hatte Bursche Schmeck die ersten Lacher auf seiner Seite.
Er legte sich in die Truhe, welche vom Bürger Cyriax angefertigt worden war, um darin die
Unterlagen zu deponieren.
Die anwesenden Burschen konnten den offiziellen Beginn gar nicht abwarten. So zählten sie
lautstark 10, 9, 8, 7, ... bis pünktlich um 20:00 Uhr die letzte Versammlung eröffnet
wurde.
In Abwesenheit des ersten Führers leitete der zweite Führer Karl Uwe Velte die
Versammlung.
Der Versammlungseröffnung folgte ein "Horridoh" sowie ein kräftiges Prost auf
das fließende Freibier!
Erster Tagesordnungspunkt war die Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung am 11.
August 1984. Anschließend verlas Schriftführer Henkel eine Statistik über alle
möglichen und unmöglichen Daten im Zusammenhang mit dem Grenzgang.
Der Kassenbericht wurde vom 2. Rechner Achenbach vorgetragen, da der erste Rechner wegen
Krankheit fehlte. Der Bericht brachte gewaltige Zahlen hervor. Den Einnahmen der
Grenzgangstage standen aber fast genau so große Ausgaben (Freibier) gegenüber.
Der Rechner hatte sich für diesen Abend einen ganz besonderen Gag einfallen lassen. Er
hatte eine Rangliste erstellt, in welcher die jeweiligen Straf- und Spendenliter nach
Menge gestaffelt wurden. Die Liste war jedoch datensicher: Es wurden keine Namen den
Betroffenen zugeordnet. Vielmehr erhielt jeder Bursche seinen Papierstreifen gefaltet
überreicht. Darauf war der jeweilige Tabellenstand eingekreist.
Man kann sich unschwer vorstellen, welch eine rege Diskussion um diese Hitliste geführt
wurde. Man teilte sich natürlich lautstark seine jeweilige Position mit.
Es wurden noch 2 Termine festgelegt:
1. Dezember 1984, 20:00 Uhr im Bürgerhaus: Gemeinsamer Tanzabend mit der
Männergesellschaft
7. Dezember 1984, 20:00 Uhr im Schützenhaus: Diaabend
An Aktivitäten für das Jahr 1985 wurde ein erstes Straßenfest am Hasenlauf ins Auge
gefaßt.
Ein Kartoffelbraten und eine Faßpartie sollten veranstaltet werden.
Das Aufstellen des Maibaumes sollte anstelle der Männergesellschaft durchgeführt werden.
Nach allerlei Unruhe setzte aus unerfindlichen Gründen ein Wett-Taumel ein. Die
entsprechenden Wetten sollten bis 1991 in der Truhe aufbewahrt werden.
Zwischenzeitlich erschien der erste Führer mit dem Seidippe, welches sogleich gefüllt
wurde.
Der Führer würzte seinen Auftritt mit dem Ausspruch "Wir saufen heut' 1000 Mark
unter'n Tisch!"
Dies war durchaus ernst zu nehmen, wie sich später herausstellte!
Nachdem die Gemüter sich wieder etwas beruhigt hatten, wurde ein anderes Thema
angesprochen.
Während des Burschenschaftsballs hätten die abgestellten Fahnenträger (nach Darstellung
des Führers Velte) ihre Aufsichtspflicht über die Fahne in "schmähwürdigster und
verdammenswertester Weise" vernachlässigt.
Sofort fordert Bursche Eckert den elektrischen Stuhl, andere Burschen stimmten ein lautes
"Pfui!"-Geschrei an.
Nachdem sich die angesprochenen Fahnenträger verteidigt hatten, konnte dann endlich das
offizielle Einsargen der Fahne und der Unterlagen beginnen.
Fahne, Seidippe, Protokolle, Schmuckteller, die Clogs des zweiten Führers, eine
3-Liter-Flasche "Asbach Uralt" und noch einiges mehr wurde unter großem Hallo
und mit lautstarken Gesängen in die Truhe gelegt. Mit dem Verschließen des Deckels wurde
dann die
Burschenschaft Hasenlauf 1984
offiziell bis zum nächsten Grenzgang 1991 aufgelöst.
Zum Abschluß wurde noch einige Male kräftig auf das Gelingen des nächsten Grenzgangs
angestoßen.
| Matthias Peuckert | 1. Führer |
| Karl-Uwe Velte | 2. Führer |
| Rainer Henkel | 1. Schriftführer |
| Georg Albert Kötteritzsch | 2. Schriftführer |
| Jürgen Hof | 1. Rechner |
| Thomas Achenbach | 2. Rechner |
| Armin Kreutz | 3. Rechner |
| Chefanstimmer | Martin Schmeck |
Oberkassenrundenanstimmer |
Peter Liebetrau |
| Mädchenführer | Jörg-Uwe Schmidt |
| Bursche Blitz | Thomas Gerhardt |
| Fahnenträger | Andreas Wille |
| Fahnenträger | Fred Liebetrau |
| Fahnenträger | Stefan Roth |
| Fahnenträger | Norbert Kessler |
| Fahnenträger | Thomas Winzer |
| Fahnenträger | Birger Kreutz |
| Fahnenträger | Matthias Biek |
| Fahnenträger | Jörg Schmitt |
| Fahnenträger | Thomas Rudeloff |
| Achenbach, Thomas Biek, Matthias Blöcher, Mathias Boos, Phillip Burger, Stephan Cottu, Markus Demme, Klaus Eckert, Manfred Endes, Karsten Engelhardt, Carsten Engelhardt, Olaf Geiss, Peter Gerhardt, Thomas Grebe, Christian Henkel, Martin Henkel, Rainer Herold, Bernd Hof, Jürgen Hund, Andreas |
Jung,
Holger Kessler, Norbert Kötteritzsch, Georg Albert Kramer, Uwe Kreutz, Armin Kreutz, Birger Kümpfel, Michael Liebetrau, Fred Liebetrau, Peter Maaß, Stefan Peuckert, Andreas Peuckert, Matthias Reusch, Gerhard Roßbach, Peter Roth, Robert Roth, Stefan Rudeloff, Thomas Runzheimer, Steffen |
Schäfer,
Thomas Schmeck, Martin Schmidt, Jörg-Uwe Schmidt, Jost Schmitt, Jörg Heinrich Schneider, Ralf Schneider, Uwe Scholz, Thomas Siebott, Ralf Strenger, Hagen Thielmann, Jens Velte, Karl-Uwe Vollenberg, Jörg Wenz, Hans-Jürgen Wever, Justus Wille, Andreas Winzer, Thomas Wolf, Dietrich |

© Copyright Eckhard Henkel, letzte Änderung am 20.02.01