Burschenschaft Hasenlauf 1984

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Chronologie der Ereignisse

Vorbemerkung

Dem internationalen Publikum wird hier eine Kurzdarstellung der Historie der Biedenkopfer Traditionsburschenschaft Hasenlauf geboten. Die Darstellung wurde auf der Grundlage überlieferter Protokolle erstellt.
Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Kopie der Burschenschafts-internen Protokolle.
Dagegen sprechen mehrere Gründe. Insbesondere soll die Jugend der Welt geistig und moralisch nicht weiter verführt werden.
Daher sollten alle Inhalte ausgenommen sein, die allgemein als flachgeistig, unmoralisch, sexistisch, gewaltverherrlichend, rassistisch, nationalsozialistisch, drogenverherrlichend, diskriminierend oder aus anderen Gründen als verwerflich gelten.
Im Sinne des Persönlichkeits- und Datenschutzes erfolgt die Nennung von Namen oder die bildliche Darstellung nur dann, wenn vom Autor ein übergeordnetes oder öffentliches Interesse erkannt wurde.
Aus steuertechnischen Gründen wird auf die Darstellung von Kassenberichten verzichtet.
Leider ist nun nicht mehr viel übrig geblieben...

Irgendwann in den 70ern, Anfang 80er ...

... machten sich einige junge Männer Gedanken darum, ob es nicht sinnvoll sei, den Biedenkopfer Grenzgang um eine weitere, neue Burschenschaft zu bereichern.
Schließlich war die Stadt nach dem Kriege gewachsen und die jungen Burschen des Neubaugebietes am Hasenlauf und auf der Altenstadt hielten es für angemessen, sich in einer neuen Burschenschaft zusammenzufinden.
Zwei Grenzgänge zuvor, im Jahre 1970, hatte sich die Männergesellschaft Hasenlauf gegründet.
Nun, 14 Jahre später, gab es genügend Nachwuchs und somit Potential für eine neue Burschenschaft.
Man erkannte, daß die eventuelle Neugründung einer Burschenschaft organisatorisch höhere Aufwände versucht als die offiziellen "Neugründungen" der bestehenden Burschenschaften nach Ostern.
Daher wurde bereits im Dezember 1983 ein informelles Treffen einberufen.
Diese weitsichtige Vorausschau sollte sich bewähren. Schließlich war es somit der Burschenschaft Hasenlauf möglich, im Gründungsjahr mit einer eigenen Fahne über die Grenze zu gehen!

Samstag, 10. Dezember 1983, Erstes unverbindliches Treffen zur eventuellen Gründung einer Burschenschaft "Hasenlauf"

Um das Interesse an einer neu zu gründenden "Burschenschaft Hasenlauf" zu ermitteln, fand am 10. Dezember 1983 in der Gaststätte "Zur Luise" ein erstes unverbindliches Treffen mit 23 Burschen statt.
Die Zusammenkunft wurde kurz nach 20:00 Uhr von Matthias Peuckert eröffnet.
Der Überlieferung nach wurde die Kernfrage nach dem "ob" einer Neugründung gar nicht mehr gestellt, sondern man fing sogleich an, organisatorische Vorbereitungen zu treffen.
Die Finanzierung wurde debattiert, die Regeln für das Erteilen von Strafen festgelegt und man hielt es für erforderlich, einen vorläufigen Vorstand zu benennen.
Dieser vorläufige Vorstand wurde sodann gewählt.
Die Ergebnisse:

Matthias Peuckert: 1. Vorsitzender
Thomas Scholz: 2. Vorsitzender
Jürgen Hof: Rechner
Rainer Henkel: Schriftführer

Mit großer Anstrengung, lautstark und mit vielen Strafen wurden weitere "Spielregeln" vereinbart.
Als regelmäßiger Treffpunkt wurde die Gaststätte "Zur Luise" gewählt.
Um etwa 23:30 Uhr wurde die Versammlung offiziell beendet.
Im anschließenden inoffiziellen Teil versuchte man sich im Absingen des "Lied von der Wanze" und anderer Lieder. Festzustellen war, daß die Textsicherheit noch zu verbessern sei.
Die Zusammenkunft stellte einen vielversprechender Anfang dar!

Samstag, 7. Januar 1984, 2. inoffizielle Versammlung

Die Versammlung wurde in der Gaststätte "Zur Luise" um 20:04 Uhr vom vorläufigen 1. Vorsitzenden Matthias Peuckert eröffnet.
Die Anwesenden konnten neue Burschen begrüßen, man zählte nun 32 Burschen.
Es gabe weitere Debatten zu den Spielregeln.
Neue Mitglieder stellten sich vor. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei Karl-Uwe Velte, welcher sich als "mittellos" bezeichnete.
Ein Diskussionspunkt war die Festlegung der Art von Getränken, die der Burschenschaft standesgemäß seien. Man einigte sich auf Bier, Schnaps und Apfelwein. Zeitweilig kam auch "Clausthaler" in's Gespräch. Diese Idee wurde wieder verworfen, da das Getränk nicht von der Wirtin geführt wird.
Das "Lied von der Wanze" wurde angestimmt.
Maßnahmen zur Verbesserung der Liedtextfestigkeit wurden beschlossen.
Die beiden Vorsitzenden fühlten sich mit der Führung der Versammlung langsam überfordert. Daher wurde beschlossen, einen vorläufigen 3. Vorsitzenden zu wählen.
Aus der Wahl ging Birger Kreutz als vorläufiger 3. Vorsitzender hervor. Da eine Stichwahl ausgesprochen knapp ausfiel, wurde der unterlegene Stefan Maaß ehrenhalber zum inoffiziellen 4. Vorsitzenden erklärt.
Um 22:45 Uhr wurde der offizielle Teil der inoffiziellen Versammlung mit dem Singen von "Oh alte Burschenherrlichkeit" abgeschlossen.

Samstag, 21. Januar 1984, 3. inoffizielle Versammlung

Die Versammlung in der Gaststätte "Zur Luise" wurde um 20:00 Uhr vom vorläufigen 2. Vorsitzenden Thomas Scholz eröffnet und die 28 anwesenden zukünftigen Burschen wurden von ihm begrüßt.
Die Brüder Roth hatten zwanzig Liedhefte der Raiffeisenbank Wallau besorgt, diese wurden verteilt.
Man einigte sich auf einen zukünftigen 3-wöchigen Versammlungsrhythmus.
Inzwischen zählte man 25 Mitglieder und 3 "Neue".
Das Thema der Anschaffung einer eigenen Fahne wurde erörtert.
Die Kosten schätzte man für ein gedrucktes Exemplar auf 3.000, für ein gesticktes Exemplar auf ca. 6.000 GE (Geldeinheiten).
Anmerkung: Die in Versammlungen übliche Währungseinheit ist der "Liter". Die Benennung der im Alltag üblichen Währungseinheiten ist unter Strafe untersagt.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Debatte um die Festlegung eines Liedrepertoires.
Das Ergebnis der Debatte sah wie folgt aus:

- Drei Lilien
- Ein Heller und ein Batzen
- Heute wollen wir marschieren (Westerwaldlied)
- Kein schöner Land
- Nehmt Abschied, Brüder
- Oh alte Burschenherrlichkeit
- Tief im Hinterland
- Das Lied von der Wanze

Vorschläge wie "Oh Tannenbaum" (Karl-Uwe Velte) oder "Ich liebe dich" (Stefan Maaß) wurden zu Beginn der Debatte verworfen.
Das Lied "Grenzgang am Hasenlauf" wurde als erforderlich erklärt.
Nach Absingen der "Drei Lilien" und einer Pinkelpause wurde unter reger Zustimmung die erste Kassenrunde der zukünftigen "Burschenschaft Hasenlauf" bewilligt.
"Oh alte Burschenherrlichkeit" wurde angestimmt und Bursche Martin Schmeck als "Chefanstimmer" ernannt.
In einer regen Debatte um die Zugangsbedingungen zur Burschenschaft galt schließlich als Konsens die übliche Regel, daß ein Jungbursche im Konfirmationsalter von 14 Jahren die erforderliche Reife besitzt.
Als 2. Schriftführer wurde Georg Albert (Jörg) Kötteritzsch gewählt.
Als 2. Rechner wurde Peter Liebetrau gewählt.
Nach einer Pinkelpause wurde "Das Lied von der Wanze" angestimmt. Abweichungen vom Text wurden mit Strafen geahndet.
Die Veranstaltung wurde um 23:00 Uhr mit dem Lied "Oh alte Burschenherrlichkeit" offiziell geschlossen.
Der inoffizielle Teil wandelte sich in einen fröhlichen Liederabend und fand erst am frühen Sonntagmorgen sein Ende.

Samstag, 11. Februar 1984, 4. inoffizielle Versammlung

Um 20:00 Uhr eröffnete der 2. Vorsitzende Thomas Scholz die Versammlung.
Den Weg zur Versammlung hatten dieses mal 10 Burschen gefunden.
Nach der üblichen Protokollverlesung und dem Kassenbericht gab es Debatten um finanzielle Aspekte (Strafen, Außenstände etc.).
Wegen Terminüberschneidungen des nächsten geplanten Treffens (3.3.84) mit zwei Karnevalsveranstaltungen wurde entschieden, das nächste Treffen auf den 25. Februar vorzulegen.
Der Bursche Peter Liebetrau machte konstruktive Vorschläge zur Gestaltung des Sonntags nach den Grenzgangstagen. Die Debatte des Themas wurde auf einen späteren, angemesseneren Termin vertagt.
Nach Absingen des "Liedes von der Wanze" und den damit verbundenen üblichen Schwierigkeiten wurde eine Kassenrunde bewilligt. Auf diese Weise sollten die wenigen Anwesenden für ihr Kommen belohnt werden.
Um 21:30 Uhr wurde die Versammlung mit dem Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" geschlossen.

Samstag, 25. Februar 1984, 5. inoffizielle Versammlung

Pünktlich um 20:00 Uhr eröffnete der 3. Vorsitzende Birger Kreutz die Versammlung.
Erstes Thema war die Versorgung der Burschen mit Bier und fester Nahrung auf den Frühstücksplätzen.
Man einigte sich darauf, nach einer offiziellen Gründung der Burschenschaft den Kontakt mit dem Frühstücksplatzwirt der Männergesellschaft Hasenlauf, Oswald Henkel aufzunehmen.
Von dem Burschen Karl-Uwe Velte wurde angeregt, die Gründung einer "Mädchenschaft" vorzubereiten.
Nach kurzer Diskussion, ob dafür Jungfrauen erforderlich seien, wurde in Stichworten erklärt, welche Aufgaben eine solche Vereinigung zu übernehmen habe.
Es stellte sich heraus, daß sowohl die körperliche als auch seelische Betreuung der Grenzgänger wichtigste Aufgabe sei. Verschiedene Vorschläge wurden diskutiert, wie man am besten zu "willigen" Damen käme. Die Wahl eines Koordinators wurde in's Auge gefaßt. Als Ergebnis einer Abstimmung wurden mit dieser Aufgabe die Burschen Carsten Engelhardt und Michael Kümpfel betraut.

Eine sportliche Wette wurde formuliert.
Inhalt der Wette war, ob es dem geübten Burschen S. gelingen könne, 10 kleine Bier in 4 Minuten zu trinken. Der Proband verfehlte das waghalsige Ziel nur knapp: Bis auf eines schaffte er alle in 3 Minuten 50 Sekunden.
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Die Idee wurde formuliert, zu Ostern ein Kartoffelbraten zu veranstalten.
Nach einer Kassenrunde wurde um 22:00 Uhr die Versammlung mit dem Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" geschlossen.

Samstag, 17. März 1984, 6. inoffizielle Versammlung

Pünktlich um 20:00 wurde die Zusammenkunft von Matthias Peuckert eröffnet.
Zwei neue Burschen durften begrüßt werden: Manfred Eckert und Andreas Hesse.
Nach Protokollverlesung und Kassenbericht wurde beschlossen, für den geplanten Gründungstermin am 7. April 1984 eine Zeitungsannonce aufzugeben.
In verantwortlicher Sorge und weiser Voraussicht kam wiederum das Thema der Bierversorgung auf den Frühstücksplätzen zur Debatte.
Die Organisation eines "Osterbratens" stand zur Debatte. Angedacht war eine Art Faßpartie am Ostersamstag, dem 21. April. Man erwägte, auch Bürger der Männergesellschaft Hasenlauf einzuladen. Schließlich war dem Vernehmen nach mit einem gewissen Wohlwollen der Männer zugunsten der zu gründenden Burschenschaft zu rechnen.
Die Debatte um die Gestaltung der Fahne nahm breiten Raum ein. Vorschläge waren u. a. ein Hase als Wirt oder ein Wappenhase aus einer Bierflasche herausschauend. Auch war strittig, ob auf der Fahne der Name der "zuständigen" Gaststätte erscheinen müsse.
Schließlich wurde Jost Schmidt auserkoren, eine Fahne zu entwerfen.
Das Aussehen der Abzeichen für den Frühstücksplatz wurde debattiert. Der Vorschlag, Luise Schaufuß solle auf dem Abzeichen erscheinen, wurde mit großem Entsetzen verworfen.
Nach ein paar weniger nennenswerten Zwischenfällen und dem Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" wurde die Versammlung geschlossen.

Samstag, 7. April 1984, Gründungsversammlung

Am 7. April 1984, kurz nach 20:00 Uhr eröffnete der bisherige 1. Vorsitzende des Stammtisches Hasenlauf, Matthias Peuckert die Versammlung und begrüßte 35 Burschen.
Um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu verleihen, erschienen einige Burschen in piekfeinen Anzügen.
Sofort nach der Begrüßung erschall der Ruf nach einer Kassenrunde. Der Schreihals konnte nicht mehr eindeutig festgestellt werden, jedoch ist anzunehmen, daß sich Bursche Liebetrau sen. wieder einmal betätigte.
Das Protokoll des letzten Vorbereitungstreffens wurde verlesen.
Dann gab Bursche Kümpfel einen Bericht von der Gründung der "Mädchenschaft Hasenlauf" ab. Bei dieser Versammlung waren 13 Mädchen anwesend.
In diesem Zusammenhang schlug Bursche Engelhardt sen. vor, die Mädchen mögen sich "Häschen" nennen, die Burschen jedoch sollten sich biologisch korrekt "Rammler" nennen.
Nach Verlesung des Kassenberichts erfolgte der Vorschlag von Matthias Peuckert, den Stammtisch nun offiziell in die "Burschenschaft Hasenlauf" umzuwandeln.
Sofort mußten einige Zwischenrufe registriert werden.
So verlangte beispielsweise der Bursche Schmidt-Hatzfeld eine letzte Kassenrunde auf Kosten des Stammtisches während Bursche Schmeck vorschlug, ein letztes Lied zu singen.
Weiterhin erklärte er sich bereit, künftig alle Lieder auf dem vorhandenen Harmonium zu begleiten. Dies wurde allgemein akzeptiert.
Als nächstes erfolgte eine Vorstellungsrunde, wobei sich Bursche Velte erneut als mittellos bezeichnete.
Bursche Henkel berichtete von einer Unterredung mit dem Vorsitzenden des Grenzgangsvereins, Horst Prätorius. Hierbei stellte sich heraus, daß als einziges der erste Hasenentwurf (Hase als Wirt) kritisiert wurde.

Schließlich wurde nach Abstimmung die offizielle Gründung der Burschenschaft Hasenlauf vollzogen!

Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, daß ab sofort nur noch die Anrede "Bursche" erlaubt sei.
Der Vorstand der Burschenschaft soll sich in Zukunft wie folgt zusammensetzen:
- Zwei offizielle Führer (pro 30 Burschen ein Führer)
- Ein Rechner
- Ein Schriftführer
Dem erweiterten Vorstand gehören außerdem noch die Stellvertreter sowie die inoffiziellen Führer (als Stellvertreter für Versammlungen) an.
Die Wahlen sollten von einem Wahlausschuß vollzogen werden.
Dieser setzte sich aus dem ältesten Burschen (Jürgen Hof) sowie Bursche Velte zusammen.
Aus den vielen Vorschlägen zum 1. Führer ging schließlich Matthias Peuckert als Sieger hervor.
Nach der Annahme der Wahl und Entgegennahme der Gratulationen spendierte der frischgebackene 1. Führer eine Runde.
Als der erste Führer später zur Klingel griff, um Ruhe herzustellen, gab diese keinen Ton von sich. Eine sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß der Klöppel mit Kaugummi verklebt war. Als Übeltäter wurde dann Bursche Schmitt-Biedenkopf entlarvt. So mußte er sich entsprechend räuspern.
Die Wahl zum 2. Führer erfolgte anschließend. Unter den vorgeschlagenen Kandidaten befand sich auch Bursche Wille. Dieser lehnte ab und gab "drei Liter". Bursche Schmeck verstand jedoch "Heil Hitler". Dieser Ausflug in die braune Vergangenheit kostete ihn zwei Liter.
Bei der Wahl entfielen schließlich 25 Stimmen auf den Burschen Velte. Dieser bewilligte daraufhin eine Runde.
Ein schweres Vergehen mußte vermeldet werden: Die Burschen Siebott und Peuckert jun. verrichteten ihre Notdurft auf der Damentoilette. Bursche Peuckert zahlte 3 Liter, Bursche Siebott wegen Wiederholung 5 Liter.
Als nächstes wurde der Schriftführer gewählt. Die Kandidaten Engelhardt sen. und Henkel erhielten 2 zu 26 Stimmen. Somit wurde Bursche Henkel zum Schriftführer benannt.
Nach einer Pause wurde bekannt, daß Bursche Liebetrau sen. eventuell für das Amt des Wettläufers kandidieren wolle.
Die Wahl des ersten Rechners stand an. Bursche Hof ging aus der Wahl mit 30 zu 5 Stimmen hervor. Er nahm an und gab 10 Liter.
Nun war es an der Zeit, zwei Lieder anzustimmen: Der Grenzgangswalzer und "Prost, prost, Kameraden". Der Gesang wurde von dem Chefanstimmer Bursche Schmeck mehr oder weniger melodisch auf dem Harmonium begleitet.
Die Organisation der Bratpartie am 21. April wurde geregelt.
Nochmals kam die Sprache auf den Fahnenentwurf. Die Burschen Schmidt-Wolfgruben und Henkel sollten sich um einen weiteren Versuch bemühen.
Nach Debatten um Ohrschmuck ging die Versammlung ihrem Ende zu. Es wurde vereinbart, sich in 3 Wochen wieder zu treffen und zum Ausklang wurden "Grenzgang am Hasenlauf" sowie die "Burschenherrlichkeit" gesungen.
Somit wurde der offizielle Teil um 0:00 Uhr geschlossen.

Samstag, 21. April 1984, Kartoffelbratpartie

Die für den 21. April 1984 (Ostersamstag) am Hasenlaufhäuschen geplante Kartoffelbratpartie wurde wegen Feuergefahr in das Schützenhaus verlegt.
Dieses erste Kartoffelbraten der Burschenschaft Hasenlauf wurde auch von einer Delegation der Männergesellschaft Hasenlauf besucht.
Der 1. Führer der Männergesellschaft hielt eine kleine Ansprache und wünschte der Burschenschaft Hasenlauf ein gutes Gelingen. Dabei überreichte er den Burschen eine Spende der Männergesellschaft.
Es wurde bekannt, daß der anwesende Bürger Hildebrand am heutigen Tage seinen 64. Geburtstag feiert. Daraufhin wurde ein Stemmkommando zusammengestellt, welches den Bürger provisorisch "unter die Fahne" nahm. In Ermangelung einer Fahne flatterte als Ersatz ein Oberhemd im Wind. Bürger Hildebrand bedankte sich mit einer Spende. Das gleiche taten auch alle anderen Bürger.
Seitens der Bürger wurde die überaus herzliche und einsatzfreudige Bewirtung gedankt.
Als sich die Bürger um 21:00 Uhr verabschiedeten, konnten sie noch hinter der Hausecke den Ruf vernehmen: "Jetzt darf die Musik wieder lauter gestellt werden!"

Samstag, 28. April 1984, 2. Versammlung

Die 2. Versammlung der Burschenschaft wurde am 28. April 1984 um 20:00 Uhr vom 2. Führer Velte eröffnet. Der 1. Führer war wegen des Besuches des 4-Städte-Treffens in Oostduinkerke verhindert und ließ sich mit einem kurzen Brief und einer Spende entschuldigen.
Der Kassenbericht wurde vom Rechner Hof mit größter Genauigkeit ausgeführt. Der Bericht enthielt auch den Abschluß der Osterbratpartie, bei der die Bürger der Männergesellschaft eine ausgesprochen ansehnliche Summe gespendet hatten. Der Kassenbericht wurde mit Beifall angenommen.
Sechs neue Burschen stellten sich vor und spendeten einige Liter.
Das Protokoll der Gründungsversammlung wurde verlesen. Der Schriftführer Henkel gab weitere Berichte über die Osterbratpartie und dem vorangegangenen Holzholen ab.
Die Wahl eines inoffiziellen 3. Führers wurde vorgenommen. Dieser Führer solle eventuell abwesende Führer als Versammlungsleiter vertreten. Die Wahl wurde vom Burschen Achenbach geleitet. Mit 20 Stimmen wurde schließlich Bursche Kreutz gewählt. Er nahm die Wahl mit 10 Litern an.
Als nächste Amtshandlung ernannte Führer Velte den Burschen Liebetrau sen. zum offiziellen "Oberkassenrundenanstimmer". Diese Ehre war ihm 5 Liter wert.
Der Bierpreis war Anlaß zur Debatte. Das Ergebnis war, daß man sich mit der Wirtin Doris auf einen Preis von 2,20 l für ein 0,4-Bier einigte.
Die Wahl eines 2. Schriftführers stand an. Die vorgeschlagenen Burschen Jacke, Strenger und Liebetrau jun. lehnten jeweils mit einem Liter ab, Bursche Hund mit zehn, Bursche Eckert mit fünfzig Litern. Für den Burschen Eckert wurde sodann ein "Trullala" angestimmt. Aus der Wahl ging der Bursche Kötteritzsch mit 15 zu 12 Stimmen vor dem Burschen Reusch als Sieger hervor. Der neue zweite Schriftführer spendete 3 Liter auf seine Wahl.
In aufkommendem Trubel drang der Ruf des Burschen Eckert: "Ich will Aquaplaning!". Man kann nur vermuten, daß sich sein Tisch bereits im Stadium ernster Überschwemmungsgefahr befand.
Nach einer Pause wurde die Kassenrunde angetrunken, welche der Oberkassenrundenanstimmer bereits lautstark verlangte.
Nach diversen Wetten und dem Absingen der "3 Lilien" wurden der 2. und der 3. Rechner gewählt. Die Burschen Achenbach und Maluse (Kreutz jun.) wurden mit 15 und 10 Stimmen gewählt. Bei der Wahl fiel der Bursche Schmidt-Hatzfeld auf. Er stimmte 5 mal ab, behauptete aber schließlich, er enthalte sich der Stimme.
Die turbulente Veranstaltung wurde nach der "Alten Burschenherrlichkeit" offiziell um 22:45 Uhr geschlossen.

Samstag, 12. Mai 1984, 3. Versammlung

Kurz nach 20:00 Uhr wurde die Versammlung durch den ersten Führer Peuckert eröffnet. 37 Burschen wurden begrüßt. Der Oberkassenrundenanstimmer Liebetrau sen. versäumte es, rechtzeitig auf eine Runde hinzuweisen, was eine Spende von einem Liter zur Folge hatte.
Das Protokoll der 2. Versammlung wurde verlesen und Berichte vom Maibaumaufstellen sowie dem Tanz in den Mai vorgetragen.
Rechner Hof gab den Kassenbericht ab. Wegen undurchsichtiger Kassenführung hatte er 5 Liter zu büßen.
Nach Verzehr der Kassenrunde wurde noch einmal das Thema Fahne behandelt. Vom Grenzgangskomitée wurde ein neuer Entwurf verlangt. Dieser sollte nun endgültig so aussehen, daß ein Hase vor einem angedeuteten Waldhintergrund zum Sprung über einen alten Grenzstein ansetzt.
Plötzlich ragte ein aufgespannter Regenschirm über die Köpfe der Anwesenden. Bursche Engelhardt sen. behauptete, dies sei ein notwendiger Schutz gegen die allgegenwärtig fliegenden Bierdeckel.
Nach einer Pause verabschiedeten sich die Burschen Blöcher und Engelhardt sen. mit der Begründung, sie seien zu einem Tanzauftritt verpflichtet.
Einer Abstimmung folgend wurde "Ein Heller und ein Batzen" angestimmt.
Dann folgte eine Debatte zum Thema Beitrag. Nach langer Diskussion wurde festgelegt, daß auf einen Grundbeitrag verzichtet wird, fehlende Burschen jedoch mit 5 Litern bestraft werden.
Nach einer weiteren Pause gab Bursche Wolf zu bedenken, daß die ewigen Unterbrechungen den Versammlungsablauf doch sehr stören. So erklärte er sich bereit, Dauerkatheder mit Auffangbehältern zu installieren. Er würde ein Exemplar mitbringen, wenn sich ein williges Versuchstier fände. Schließlich stellte sich Bursche Uwe Schneider selbstlos zur Verfügung. Allein die Frage nach dem nötigen Kaliber war noch nicht geklärt.
Nächster Diskussionspunkt war das Abzeichen für den Frühstücksplatz. Eine abschließende Einigung konnte nicht erzielt werden.
Nun wurde das Thema Reiter debattiert. Als möglicher Kandidat galt Birger Kreutz. Nach einigem Drängen erklärte er sich dazu bereit. Als Reithilfe bot sich Bursche Wolf an, der bereits 1977 für den Kottenbach ritt.
Um 23:00 Uhr wurde mit dem Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" die Versammlung geschlossen.

Samstag, 26. Mai 1984, 4. Versammlung

Vor dem offiziellen Beginn der Versammlung mußte ein Bursche bereits wieder den Heimweg antreten, hatte er doch ein paar "Hopfenkaltschalen" zuviel getrunken.
Nach der Eröffnung der Versammlung durch den ersten Führer Peuckert trat sogleich der Oberkassenrundenanstimmer in Aktion.
Es stellten sich zwei Neuzugänge vor, die Burschen Hans-Jürgen Wenz und Martin Henkel.
Führer Peuckert gab einen Bericht von der ersten Führerversammlung ab. Dort wurde als Burschenhauptmann Ernst Cyriax gewählt.
Nach Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung wurde Bursche Wolf angesprochen, ob er einen VDK (Versuchsdauerkatheder) mitgebracht habe. Ein solches Gerät wurde dann auch prompt geholt. Bursche Uwe Schneider hatte sich zur Verfügung gestellt, war aber nicht anwesend. Mangels Stellvertreter wurde der Versuch vertagt.
Der Schriftführer Henkel verlas einen Rückblick auf das Jahr 1977 und den damaligen Grenzgang.
Vom Burschen Schmidt-Hatzfeld wurde "Der Mai ist gekommen" angestimmt. Außer dem Burschen Schmeck kam allerdings niemand über die ersten Textzeilen hinaus. Also schloß sich dem Lied ein kräftiges "Trullala", ein dreifaches "Zicke, zacke, Hasenlauf" und der Grenzgangswalzer an.
Anschließend wurde das Thema "Wettläuferkandidat" aufgegriffen. Als Kandidaten meldeten sich die Burschen Reusch, Liebetrau sen. und Winzer. Als Wahlleiter wurde zunächst Bursche Kümpfel bestimmt, der aber angesichts des erfolgten Bierkonsums selbst zu der Einsicht gelangte, er sei als Wahlleiter "völlig unfähig".
Um 21:10 Uhr erschienen die beiden Führer der Burschenschaft "Auf der Bach", Achim Neumann und Rainer Höhn. Sie wollten einen Termin für das geplante Fußballspiel ausmachen. Man einigte sich auf Samstag, den 16. Juni, 14:00 Uhr im Auestadion. Die weitere Organisation wurde dem Burschen Wille und dem "Bach"-Rechner Klaus Richter aufgetragen.
Sodann überraschte der Bursche Schmeck mit dem Vorschlag, nach der Versammlung im Marktbrunnen baden zu wollen, wenn ihn weitere Burschen begleiten würden. Der Vorschlag stieß auf allgemeine Zustimmung.
Die nächste Überraschung folgte: Der erste Führer gab bekannt, daß Bursche Kreutz seine Kandidatur zum Reiter zurückgezogen habe!
Inzwischen war die Wahl des Wettläuferkandidaten ausgezählt. Peter Liebetrau erhielt 26 Stimmen, Thomas Winzer hatte 11 Stimmen erzielt. Somit wurde Bursche Liebetrau sen. als Kandidat der Burschenschaft Hasenlauf zur Wahl des Wettläufers erkoren.
Nun wurde eine spektakuläre Wette angekündigt. Chefanstimmer Schmeck wollte versuchen, mit seiner Stimme ein Bierglas zum Zerspringen zu bringen. Dies wäre Führer Velte und Bursche Liebetrau sen. jeweils 50 Liter wert.
Jetzt ging Bursche Schmeck zur Sache. Er brachte zwar einen extrem hohen Ton hervor, das Glas zersprang aber nur mit grober Zuhilfenahme eines Messers. Da dies eine eindeutige Biervergeudung darstellte, wurde er mit 2 Litern Strafe belegt.
Führer Velte erklärte sich bereit, für diese Dreistigkeit die Hälfte des Wetteinsatzes, also 25 Liter zu geben.
Der Oberkassenrundenanstimmer stimmte spontan "3 Lilien" an. Dem folgten "Zicke, zacke ..." und "Prost, prost, Kameraden".
Nächstes Thema war das bevorstehende Fußballspiel gegen die Burschenschaft "Auf der Bach". Zur Teilnahme fanden sich 19 Interessenten. Ein "Sichtungsspiel" wurde für den folgenden Sonntag festgelegt. Bursche Strenger wurde beauftragt, 2 Kästen Bier zu besorgen. Als Betreuer und Masseur konnte der kampfbewährte Rechner Hof gewonnen werden.
Die Wahl eines Mädchenführers stand an. Vorgeschlagen wurden die Burschen Schmeck, Schmitt-Biedenkopf, Schmidt-Hatzfeld und Neubursche Henkel. Bursche Schmeck lehnte ab. Die Wahl gewann Bursche Schmidt-Hatzfeld mit 17 Stimmen, gefolgt vom Stellvertreter Schmitt-Biedenkopf mit 14 Stimmen.
Letzter Tagesordnungspunkt war die Festlegung einer Himmelfahrtswanderung. Sie sollte gemeinsam mit den Häschen durchgeführt werden und über den Kleeberg und die Grenze zur Sackpfeife führen.
Nach Singen der "Alten Burschenherrlichkeit" wurde um 22:55 Uhr die Versammlung geschlossen.
Anschließend zogen alle zum Marktbrunnen, in dem die Burschen Schmeck, Liebetrau sen. und Kötteritzsch nun zum Bad schritten.
Diese Versammlung wurde im allgemeinen als die bisher schönste gelobt.

Samstag, 9. Juni 1984, 5. Versammlung

Der erste Führer eröffnete um 20:00 Uhr die Versammlung, zu der 41 Burschen gekommen waren.
Sofort tat der Oberkassenrundenanstimmer seine Pflicht.
Das Protokoll der 4. Versammlung wurde verlesen. Außerdem erstattete der Schriftführer Henkel Bericht von der Himmelfahrtswanderung der Häschen und "Rammler". Bei diesem Marsch nahmen knapp 50 Personen teil.
Besonders zu erwähnen war die Leistung der Burschen Endes und Henkel, welche den Burschen Thielmann (ab sofort Bursche "Wetten, daß"!) auf den Schultern von der Sackpfeife zur Hasenlaufhütte trugen. Diese Anstrengung sollte die Burschenschaftskasse um 500 Liter bereichern.
Nach Verlesung des Protokolls stellte Chefanstimmer Schmeck den Antrag, dem Schriftführer als Anerkennung für seine gelungenen Protokolle ein "Trullala" zu singen. Bursche Schmidt-Wolfgruben meinte jedoch, es sei zweckmäßiger, ihm ein Freibier zu geben. So wurde dann auch verfahren.
Der erste Führer berichtete dann von den vergangenen Führerversammlungen. Dort wurde zum Burschenoberst Karl-Otto Pfeil gewählt, zum Adjutant wurde Thomas Denkler bestimmt.
Der erste Führer erinnerte daran, daß es üblich ist, daß Oberst, Hauptmann und Wettläufer den Burschenschaften einen Besuch abstatten. Er appellierte, zu diesem Zeitpunkt etwas Disziplin zu üben.
Die Stimmung wurde zunehmend "aufgelockerter", denn nach der Kassenrunde, den beliebten "Drei Lilien" und einer Pinkelpause wurde es zunehmend schwierig, der Unruhe entgegen zu wirken.
Nächster Tagesordnungspunkt war ein Fußballfreundschaftsspiel gegen die Burschenschaft Galgenberg. Dies sollte am 30. Juni stattfinden.
Nächstes Thema war die Entscheidung über ein Frühstücksplatzabzeichen. Von 3 Alternativen entschied man sich für einen kunststoffummantelten Flaschenöffner mit Aufdruck. Während dieser Besprechung fiel Bursche Kötteritzsch durch einen Striptease auf. Er befreite sich von Hemd, Schuhen und Strümpfen.
Ein gemeinsames Kartoffelbraten mit den Häschen wurde beschlossen. Als Termin wurde der 7. Juli festgelegt.
Die Unruhe in der Versammlung wurde nicht weniger, auch das Singen der "Alten Burschenherrlichkeit" half nicht.
Man schritt zu einer Versteigerung. Die Bürger der Männergesellschaft Hasenlauf hatten mit Unterstützung der Hasenlaufburschen eine Quelle gefaßt und einen Brunnen am Hasenlaufhäuschen versorgt. Das erste Quellwasser aus dem Brunnen war in eine Weinbrandflasche gefüllt worden und sollte nun nach amerikanischem System versteigert werden.
Proportional zum Preis der Flasche stieg der Grad der Unruhe.
Als die Unruhe weiter eskalierte und vor lauter Krach kaum noch etwas zu verstehen war, sah sich schließlich gegen 22:40 Uhr der Führer Peuckert gezwungen, die Versammlung abzubrechen.

Samstag, 23. Juni 1984, 6. Versammlung

Pünktlich um 20:00 Uhr eröffnete der 1. Führer Matthias Peuckert die Versammlung und begrüßte 32 anwesende Burschen. Unmittelbar danach wurde vom Oberkassenrundenanstimmer die nun schon traditionelle Kassenrunde verlangt.
Der 53. Bursche, Jörg Vollenberg aus Hatzfeld, durfte begrüßt werden.
Das Kartoffelbraten am 7. Juli wurde beratschlagt. Parallel zum Kartoffelbraten sollte die 7. Versammlung stattfinden.
Ein weiterer Termin wurde vorgemerkt: Am Sonntag, dem 22. Juli soll das traditionelle Fußballturnier der nunmehr neun Burschenschaften stattfinden.
Um 20:33 erschien der Burschenoberst samt Gefolge zu Gast, lautstark angekündigt durch die beiden Wettläufer. Es erfolgte eine kurze Vorstellung und Rede des Burschenoberst, wobei er stark die Kameradschaft und die Einigkeit der Burschenschaften untereinander betonte. Er beendete seine Ausführungen nicht ohne Lob, indem er feststellte, daß der Grenzgang 1984 besser wird durch die neue Burschenschaft Hasenlauf!
Nächste Thema war die Fahne. Der von der Herstellerfirma gelieferte Entwurf mußte vom Vorstand nochmals korrigiert werden. Als Liefertermin war der 1. August 1984 festgelegt worden. Die Kosten würden sich auf insgesamt 5.600 Liter belaufen. Dies war der passende Augenblick für den Burschenoberst, dem 1. Rechner eine Spende zu überreichen, gefolgt von einem spontanen "Trullala".
Nächstes Thema waren Abzeichen und Aufkleber. Die Abzeichen seien nur in einer Grundfarbe lieferbar. An Aufklebern bestand prinzipielles Interesse. Bursche Peuckert wollte die Aufkleber einfarbig gestaltet sehen, mit weißer Schrift auf weißem Grund, was ihm jedoch nur schallendes Gelächter einbrachte. Bursche Engelhardt sen. wollte "zigtausend" Aufkleber bestellt wissen, um möglichst viele an den Mann bzw. Burschen zu bringen. Für diese Aktion stellte Bursche Liebetrau sen. seine Gefriertruhe zur Verfügung. Nach längerer Debatte entschloß man sich, 500 Aufkleber in Auftrag zu geben, wobei Bursche Reusch sich bereit erklärte, die nicht verkauften Exemplare zu übernehmen. Nach einer Pause wollte der erste Führer seinen selbst kreierten "Hasenlaufblues" vorstellen, jedoch versagten die Boxen. Statt dessen wurden die "Drei Lilien" gesungen.
Nun wurde die Versteigerung des ersten Wassers aus der Hasenlaufquelle erneut angegangen. Die amerikanische Versteigerung stellte den finanziellen Höhepunkt der Versammlung dar: sie sollte 452 Liter einbringen. Letztlich erhielt Bursche Schmeck den Zuschlag.
Zwischenzeitlich wurde der Burschenoberst und sein Gefolge verabschiedet. Nach einer Pause erschien das Führungstrio der Burschenschaft Galgenberg, der 1. Führer Ochs, der 2. Führer Wolff und Reiter Dalwigk.
Nach der Versteigerung konnte das Fußballspiel der Burschenschaften Hasenlauf und Galgenberg besprochen werden. Die Spielzeit wurde auf 2 mal 45 Minuten festgelegt, nur Bursche Reusch wollte 2 mal 24 Stunden spielen lassen.
Nach dem Spiel am 30. Juni, 14:00 Uhr im Auestadion werden die Mädchen beider Burschenschaften ebenfalls ein Fußballmatch austragen.
Letzter Tagesordnungspunkt war die Mitgliedschaft im Grenzgangsverein.
Um 22:58 wurde die sehr disziplinierte Versammlung mit der "Alten Burschenherrlichkeit" beendet.

Samstag, 7. Juli 1984, 7. Versammlung mit Kartoffelbraten

Parallel zu dem gemeinsamen Kartoffelbraten mit den Häschen wurde die 7. Versammlung auf dem Waldplatz am Hasenlauf ausgerichtet.
Diese erste Open-Air-Sitzung wurde um 15:30 Uhr vom ersten Führer Peuckert eröffnet. Eine Spende in Höhe von 30 Litern von der Wirtin Doris Kalb wurde entgegen genommen. Nach der obligatorischen Kassenrunde wurde auch den Mädchen eine Runde bewilligt. Die Protokolle der 5. und 6. Versammlung wurden vorgetragen. Gegen 16:15 Uhr erschien der Damenführer der Männergesellschaft Hasenlauf, Bürger Lettmann. Dieser hatte sich zusammen mit dem 2. Damenführer Reitelshöfer bereit erklärt, die Burschenschaft mit einer Spende zu unterstützen.
Eine zweite Kassenrunde wurde spendiert und der erste Führer berichtete von den letzten Führer- und Reiterversammlungen. Das Fußballturnier am 22. Juli wurde angesprochen. Es wurde gebeten, in einheitlicher Kleidung anzutreten. Bursche Kümpfel äußerte den Vorschlag, nackt zu spielen.
Der Damenführer Lettmann meldete sich zu Wort. Er bot an, pro Spieler je gewonnenem Spiel 5 Liter zu spendieren.
Führer Peuckert bat die Burschen darum, dem Grenzgangsverein beizutreten.
Für den Kommersabend und den Sonntag nach dem Grenzgang konnte der neue Parkplatz an der Ecke Hainstraße/Mühlweg gesichert werden.
Die nächsten Termine wurden abgestimmt:
- 22. Juli, 9:00 Uhr: Fußballturnier im Auestadion
- 27. Juli, 20:00 Uhr: Film- und Dia-Abend im Schützenhaus
- 3. August, 20:00 Uhr: Sogen. Altherrenabend "Zur Luise"
- 4. August, 20:00 Uhr: 9. Versammlung "Zur Luise"
- 10. August: Fahnenweihe (Uhrzeit und Ort werden noch bekanntgegeben, ein Fernsehteam wird anwesend sein)
Nach den "Drei Lilien", einer offenen Diskussionsrunde und der "Alten Burschenherrlichkeit" wurde die überaus heiße Versammlung um ca. 17:00 Uhr beschlossen.
Bursche Wille schaffte es im Laufe des Abends noch, 10 kleine Bier in einer Zeit unter 2 Minuten zu trinken und erleichterte Bursche Strenger aufgrund einer Wette um 50 Liter.

Samstag, 21. Juli 1984, 8. Versammlung

Um 20:01 Uhr eröffnete der erste Führer Matthias Peuckert die Versammlung im Stammlokal "Zur Luise" und begrüßte die 41 anwesenden Burschen. Exakt 5 Sekunden später ertönte der Ruf nach einer Kassenrunde.
Dem "Neuburschen" Doris wurde ein Grenzgangskrug mit Widmung überreicht.
Das Protokoll der 7., sogenannten Open-Air-Sitzung wurde verlesen und genehmigt.
Zwei Neuburschen durften begrüßt werden: Matthias Biek aus Kombach und Stefan Runzheimer aus Holzhausen.
Für das neue Maskottchen, einen Zwerghasen, sollte ein Name gefunden werden. Unter den diversen Vorschlägen wie z. B. "Luise Schaufuß", "Rammler" usw. erwies sich "Wotan Wahnwitz" als originellster und wurde somit beschlossen.
Der Führer Peuckert überreichte dem Nochburschen Strenger eine Trauerkarte anläßlich seiner Verlobung, verbunden mit der Hoffnung, daß es zum nächsten Schritt nicht kommen möge.
Das Seidippe wurde gefüllt und es erschien ein Gast, der 1. Rechner der Burschenschaft "Auf der Bach", Klaus Richter. Gegen eine Spende durfte er antrinken. Der Reiter für den ersten Grenzgangstag, Zierke, ebenfalls von "der Bach", wurde mit dem Reiterlied "Drei Lilien" begrüßt.
Der sogenannte "Altherrenabend" wurde geplant. Für Bürger und Burschen solle Freibier laufen, jedoch möge jeder Bursche mindestens 10 Liter spendieren. Hackfleischbrötchen sollten zum Verzehr gereicht werden. Zum geselligen Teil sollen ein Stafettentrinken und Anekdoten aus älteren Protokollen beitragen.
Eine Liste wurde herumgereicht, in der sich jeder Bursche eintragen möge, der Mitglied im Grenzgangsverein werden wolle.
Nach einer Pause bewilligte der 2. Führer der Bachburschen, Rainer "Mostbär" Höhn eine Seidippefüllung. Daraufhin wurde den anwesenden Bachburschen ein Bier auf Kosten der Kasse spendiert.
Nächster Diskussionspunkt war die Frage, ob der Aufkleber der Burschenschaft rund oder eckig sein solle. Führer Velte meinte hierzu, Bursche Liebetrau sen. habe einen IQ unter Zimmertemperatur. Dieser verbesserte jedoch: "IQ liegt bei 4. Ideale Unterhaltung mit Linsen und Knäckebrot."
Die Wahl der Fahnenträger stand an. Neun Burschen sollten bestimmt werden, für jeden Grenzgangstag drei. Da sich elf Burschen zur Verfügung stellten, wurde ein Losentscheid herbeigeführt. Die folgenden Burschen wurden zu Fahnenträgern bestimmt: Andreas Wille, Fred Liebetrau, Peter Liebetrau, Norbert Kessler, Thomas Winzer, Birger Kreutz, Matthias Biek, Jörg Schmitt, Thomas Rudeloff.
Über ein Geschenk für die Burschenschaft Galgenberg wurde beraten. Es wurde beschlossen, einen Holzteller anfertigen zu lassen, der als Motiv die Fahne der Burschenschaft Hasenlauf zeigt.
Nach Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" wurde der letzte Tagesordnungspunkt angegangen.
Bursche Birger Kreutz hatte sich in einer der Anfangsversammlungen bereit erklärt, für die Burschenschaft zu reiten, diese Entscheidung jedoch wieder rückgängig gemacht. So spendete er sage und schreibe 400 Liter! Ein vierfaches "Trullala" folgte.
Die turbulente Sitzung wurde schließlich kurz vor 23:00 Uhr geschlossen.

Freitag, 3. August 1984, "Altherrenabend"

20:00 Uhr "Zur Luise". Ohne Protokoll.

Samstag, 4. August 1984, 9. Versammlung

Die Burschen Schäfer sen., Kötteritzsch und Henkel 1984

Nach Eröffnung der Versammlung durch den 1. Führer Peuckert wurde vor 46 Burschen das Protokoll der letzten Versammlung verlesen.
Nach dem Kassenbericht war ein großes Thema die Planung der bevorstehenden Fahnenweihe.
Insbesondere die Freibierfrage nahm großen Raum ein. Schließlich wurde eine Mindestspende von 10 Litern festgelegt und die Burschen könnten sich dann an Buffet und Theke gütlich tun.
Als nächster Akt wurde die Vereidigung in Angriff genommen. Rechner Hof hatte als ältester Bursche die Ehre, zusammen mit Fahnenträger Rudeloff die Vereidigung vorzunehmen.
Die Vereidigung wurde vorgenommen, indem der betreffende Bursche einen Zipfel der Fahne ergriff und folgende Worte sprach: "Hiermit gelobe ich, der Burschenschaft Hasenlauf und Ihrer Fahne (auf ewig) die Treue zu halten und spende ... Liter."
Im Anschluß an die Vereidigung versuchte man sich an dem neuen Lied "Grenzgang mit Dir", gedichtet und komponiert vom Führer der Männergesellschaft Hasenlauf, Dieter Bastian.
Nach einer Pause wurden die ersten Interessenten für eine entsprechende Heiratsannonce des Führers Velte registriert. Da bei der zukünftigen Ehefrau eine Mitgift von mindestens 2 Mio. Litern erwartet wird, ist Führer Velte bereit, bei einer entsprechenden Frau 5000 Liter zu spenden!
Für eine Marschübung wurde Samstag, 19:00 Uhr festgelegt. Die musikalische Begleitung solle durch die beiden Burschenschaftstrommler, die Burschen Strenger und Kötteritzsch übernommen werden.
Die Zuteilung der Fahnenträger auf die Grenzgangstage erfolgte mit folgendem Ergebnis:
1. Tag: Rudeloff, Kreutz, Liebetrau jun.
2. Tag: Schmitt, Winzer, Biek
3. Tag: Keßler, Roth sen., Wille
Anstelle des Burschen Liebetrau sen., welcher auf sein Amt verzichtete, wurde Bursche Roth sen. zum Fahnenträger gewählt.
Der Reiter Salzmann erschien nun. Ihm zu Ehren wurde das Reiterlied "Drei Lilien" angestimmt.
Plötzlich wurden die Clogs des Führers Velte vermißt. Zur Wiedererlangung setzte der Besitzer 10 Liter aus. Jetzt wurden aber höhere Summen von den Burschen geboten und es wurde eine Versteigerung angesetzt. Dabei erlangte Bursche Engelhardt sen. den Zuschlag. Nach einer lustigen Unterhaltung wurde vereinbart, die Schuhe in Folie zu verschweißen und als Relikt aufzubewahren.
Bursche Engelhardt sen. wagte eine tollkühne Wette: Er wolle mit den Clogs an allen drei Tagen über die Grenze marschieren. Für Erfüllung der Wette setzten vier andere Burschen insgesamt 90 Liter aus.
Führer Velte versuchte verzweifelt, seine Clogs wenigstens zum Toilettengang zu ergattern. Für 10 Liter Spende durfte er sie endlich ausleihen.
Die gelungene Versammlung wurde nach der "Alten Burschenherrlichkeit" um 22:30 Uhr geschlossen.

Freitag, 10. August 1984, Fahnenweihe

weihe1.jpg (35175 Byte) Am Freitag, dem 10. August 1984, um 18:30 Uhr wird auf dem Platz des Hasenlaufhäuschens die neue Fahne der Burschenschaft Hasenlauf in die Gemeinschaft der anderen Grenzgangsfahnen und der Stadtfahne feierlich durch eine Weihe aufgenommen.

Die Feierlichkeit wurde weiterhin von einem Buffet, Erfrischungsgetränken und einem Fernsehteam begleitet.

Samstag, 11. August 1984, 10. Versammlung

Die Versammlung mit 39 Burschen wurde um 20:15 Uhr vom ersten Führer eröffnet.
Unmittelbar anschließend trat der Oberkassenrundenanstimmer lautstark in Aktion.
Es folgte die Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung und des Kassenberichts.
Mit dem ehrenwerten Rechner Hof wurde ein Scherz getrieben: Die Führer und der Schriftführer gaben als Bilanz der Fahnenweihe an, es sei ein volles 30-Liter-Faß gestohlen worden, 130 Gläser seien zu Bruch gegangen, 12 Liter Kümmel vertilgt worden und zum Schluß sei die Zapfanlage defekt gegangen. Als Außenstehender konnte man sich kaum die Gesichtszüge des Rechners bei Bekanntgabe dieser "Fakten" vorstellen. Als er sich einigermaßen gefaßt hatte, gab er völlig niedergeschlagen den Bankrott der Burschenschaft bekannt.
Seine Mine erhellte sich schlagartig, als man ihn über den Scherz aufklärte.
Die Burschenschaft Galgenberg hatte der Burschenschaft Hasenlauf eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Auf einer versiegelten Schriftrolle hatten sie ein kleines Gedicht in gotischer Schrift aufgesetzt. Die Entzifferung ging nur mühevoll vonstatten.
Die Vereidigung von Burschen, die bei der letzten Versammlung fehlten, wurde vollzogen.
Schließlich wurde bekannt, daß ein weißer Lederschlips angeblich vor der Wohnung eines Häschens gefunden worden war. Der Eigentümer, Bursche Engelhardt sen. konnte ihn schließlich für 20 Liter zurückersteigern.
In dieser letzten Versammlung vor dem Grenzgang sollten letzte Details für die Grenzgangstage geklärt werden.
Als morgendlicher Treffpunkt um 6:30 Uhr wurde die Brauerei Balbach festgelegt. Frühaufsteher sollten sich im Hotel Krone zum Frühstück treffen.
Nach dem Singen der "Drei Lilien" wurden weitere Einzelheiten festgelegt: Aufstellen des Bierpilzes am "Kommersplatz", für das Stemmkommando kommt jeder Bursche in Frage, eine weitere Schutzhülle für die Fahne wurde benötigt.
Die Überreichung des Geschenkes für die Burschenschaft Galgenberg solle am Kommersabend erfolgen.
Für das Schmücken des Maibaumplatzes, des Kiesackers und der Kommersplätze wurden weitere Termine genannt.
Nach einer Pause gab es längere Ausführungen zum Thema Marschieren vom Burschen Kreutz. Er kritisierte die derzeitige Marschdisziplin, wie sie bei der Marschübung zu Tage trat. Als zweifellos gebildeter Bursche in diesem Metier galt ihm nun alle Aufmerksamkeit. Grundregel allen Marschierens sei es, sich im Takt nach dem Vordermann zu richten. Hier könne eigentlich gar nichts schief gehen, da sich dieser auch nach seinem Vordermann zu richten habe usw.
Nächste Regel: Beim ersten Takt sei der linke Fuß als erster vorzusetzen. Als Hilfestellung empfahl er, auf dem Schuh eine Markierung anzubringen, wo links sei.
Nächste Demonstration: Marschieren im Stand. Wenn der Zug einmal stocken sollte, sei darauf zu achten, daß man trotzdem im Stand weiter marschiere. Unter allgemeinen und lautstarken Anfeuerungen gab er dafür praktische Beispiele.
Nächste Unterweisung: Bei der Aufstellung auf dem Marktplatz habe man sich nach dem rechten Mann auszurichten. Zitat Bursche Kreutz: "Rechts ist da, wo der Daumen links ist!"
Während des Vortrages stieg der Lärmpegel schließlich so, daß sich der zweite Führer genötigt sah, nach der Glocke zu greifen. Als er diese schwang, löste sich der Griff und die Glocke flog durch das Lokal. Eine eingehende Untersuchung ergab, daß nicht etwa Sabotage, sondern schlicht und einfach Materialermüdung der Grund für den Abflug war.
Mit der Anrede "Kameraden, Kameräle, liebe Burschen, liebe Jungfrauen!" versuchte Bursche Birger Kreutz eine Wiederholung seiner Ausführungen - "Man muß es euch ja einbleuen..!!!"
So klang dann schließlich die ausgelassene Versammlung gegen 22:45 Uhr mit der "Alten Burschenherrlichkeit" aus.

Mittwoch, 15. August 1984, Kommers

Gegen 17:00 Uhr traf man sich zum Aufstellen des Bierpilzes am "Kommersplatz" der Burschenschaft Hasenlauf, dem neuen Parkplatz auf dem ehemaligen Rotgerberschen Gelände schräg gegenüber des Stammlokals "Zur Luise", an der Ecke Hainstraße/Mühlweg.
In feuchtfröhlicher Stimmung wurde der Vorabend des Grenzgangs begangen.
Durch ein Böllerschießen vom Schloßberg wurde um 19:00 Uhr der Grenzgang eingeläutet. Die Musikkapellen stellten sich mit Platzkonzerten der Stadt vor. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde der Stadt und dem Schloß durch Illuminationen ein feierlicher Rahmen gegeben.

Donnerstag, 16. August 1984, 1. Grenzgangstag

6:00 Uhr Böllerschießen vom Schloßberg
Weckruf durch die Musikkapellen
7:00 Uhr Aufstellung des Festzuges auf dem Marktplatz
Ansprache des Bürgermeisters
Festzug durch die Kottenbachstraße, die Oberstadt zum Marktplatz, durch die Hainstraße und über die Ludwigshütte zur Grenze. Anfang der Grenzbegehung auf der linken Lahnseite.
10:00 Uhr Frühstück auf der Sackpfeife
12:00 Uhr Fortsetzung der Grenzbegehung bis zum Staffel. Nach kurzer Rast Festzug zur Stadt durch die Sudetenstraße - Im Feldchen
16:00 Uhr Festzug zur Oberen Bleiche
Volksfest und Tanz bis 23:00 Uhr

Freitag, 17. August 1984, 2. Grenzgangstag

6:00 Uhr Böllerschießen vom Schloßberg
Weckruf durch die Musikkapellen
7:00 Uhr Aufstellung des Festzuges
7:30 Uhr Abmarsch zur weiteren Grenzbegehung durch die Bachgrundstraße, Bahnhofstraße, Hospitalstraße, den Galgenberg hinauf zum Staffel
10:00 Uhr
Frühstück auf der Hasenhardt

Im Bild sehen wir von links nach rechts den ersten Führer Matthias Peucker, die Fahnenträger Jörg Schmitt, Matthias Biek, Thomas Winzer und den zweiten Führer Karl-Uwe Velte.

Ein weiteres Foto der Burschenschaft Hasenlauf vom Einsatz auf dem Frühstücksplatz Hasenhardt erschien am 15. Mai 1998 in der "Bild"-Zeitung.
Auf der Hasenhardt
12:00 Uhr Fortsetzung der Grenzbegehung bis zur Lahn an der Erlenmühle, von da zurück in die Stadt
16:00 Uhr Festzug zur Oberen Bleiche
Volksfest und Tanz bis 23:00 Uhr

Samstag, 18. August 1984, 3. Grenzgangstag

6:00 Uhr Böllerschießen vom Schloßberg
Weckruf durch die Musikkapellen
7:00 Uhr Aufstellung des Festzuges
7:30 Uhr Abmarsch zur Grenzbegehung durch die Hainstraße zur Ludwigshütte. Begehung der Grenze auf der rechten Lahnseite
10:00 Uhr Frühstück am Gespaltenen Stein
12:00 Uhr Fortsetzung der Grenzbegehung.
Beim letzten Grenzstein an der Erlenmühle: Ansprache des Bürgerobersten
Marsch zurück in die Stadt
16:30 Uhr Festzug durch die Stadt zur Oberen Bleiche
Volksfest und Tanz

Sonntag, 19. August 1984, Frühschoppen

Um den Grenzgang sanft ausklingen zu lassen, trafen sich die Burschen am Folgetag des Grenzgangs an der Ecke Hainstraße/Mühlweg, dort wo man auch schon den Kommers feierte.

Im Bild nebenan sehen wir den Burschen Georg Albert Kötteritzsch mit einer Trommel des Spielmannszugs Biedenkopf.

Schwester Petra im Hintergrund himmelt ihn an.

Seine Brust schmückt das Abzeichen der Burschenschaft Hasenlauf 1984, ein formschöner Kapselheber, kunststoffummantelt, mit dem Emblem der Burschenschaft bedruckt und ansonsten in modischem Orange gehalten.
Trommler Knöcke

Samstag, 24. November 1984, Abschlußversammlung

Diese letzte offizielle Versammlung in Verbindung mit dem Grenzgang 1984 fand wie üblich im Lokal "Zur Luise" statt.
Bereits vor Beginn um 20:00 Uhr hatte Bursche Schmeck die ersten Lacher auf seiner Seite. Er legte sich in die Truhe, welche vom Bürger Cyriax angefertigt worden war, um darin die Unterlagen zu deponieren.
Die anwesenden Burschen konnten den offiziellen Beginn gar nicht abwarten. So zählten sie lautstark 10, 9, 8, 7, ... bis pünktlich um 20:00 Uhr die letzte Versammlung eröffnet wurde.
In Abwesenheit des ersten Führers leitete der zweite Führer Karl Uwe Velte die Versammlung.
Der Versammlungseröffnung folgte ein "Horridoh" sowie ein kräftiges Prost auf das fließende Freibier!
Erster Tagesordnungspunkt war die Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung am 11. August 1984. Anschließend verlas Schriftführer Henkel eine Statistik über alle möglichen und unmöglichen Daten im Zusammenhang mit dem Grenzgang.
Der Kassenbericht wurde vom 2. Rechner Achenbach vorgetragen, da der erste Rechner wegen Krankheit fehlte. Der Bericht brachte gewaltige Zahlen hervor. Den Einnahmen der Grenzgangstage standen aber fast genau so große Ausgaben (Freibier) gegenüber.
Der Rechner hatte sich für diesen Abend einen ganz besonderen Gag einfallen lassen. Er hatte eine Rangliste erstellt, in welcher die jeweiligen Straf- und Spendenliter nach Menge gestaffelt wurden. Die Liste war jedoch datensicher: Es wurden keine Namen den Betroffenen zugeordnet. Vielmehr erhielt jeder Bursche seinen Papierstreifen gefaltet überreicht. Darauf war der jeweilige Tabellenstand eingekreist.
Man kann sich unschwer vorstellen, welch eine rege Diskussion um diese Hitliste geführt wurde. Man teilte sich natürlich lautstark seine jeweilige Position mit.
Es wurden noch 2 Termine festgelegt:
1. Dezember 1984, 20:00 Uhr im Bürgerhaus: Gemeinsamer Tanzabend mit der Männergesellschaft
7. Dezember 1984, 20:00 Uhr im Schützenhaus: Diaabend
An Aktivitäten für das Jahr 1985 wurde ein erstes Straßenfest am Hasenlauf ins Auge gefaßt.
Ein Kartoffelbraten und eine Faßpartie sollten veranstaltet werden.
Das Aufstellen des Maibaumes sollte anstelle der Männergesellschaft durchgeführt werden.
Nach allerlei Unruhe setzte aus unerfindlichen Gründen ein Wett-Taumel ein. Die entsprechenden Wetten sollten bis 1991 in der Truhe aufbewahrt werden.
Zwischenzeitlich erschien der erste Führer mit dem Seidippe, welches sogleich gefüllt wurde.
Der Führer würzte seinen Auftritt mit dem Ausspruch "Wir saufen heut' 1000 Mark unter'n Tisch!"
Dies war durchaus ernst zu nehmen, wie sich später herausstellte!
Nachdem die Gemüter sich wieder etwas beruhigt hatten, wurde ein anderes Thema angesprochen.
Während des Burschenschaftsballs hätten die abgestellten Fahnenträger (nach Darstellung des Führers Velte) ihre Aufsichtspflicht über die Fahne in "schmähwürdigster und verdammenswertester Weise" vernachlässigt.
Sofort fordert Bursche Eckert den elektrischen Stuhl, andere Burschen stimmten ein lautes "Pfui!"-Geschrei an.
Nachdem sich die angesprochenen Fahnenträger verteidigt hatten, konnte dann endlich das offizielle Einsargen der Fahne und der Unterlagen beginnen.
Fahne, Seidippe, Protokolle, Schmuckteller, die Clogs des zweiten Führers, eine 3-Liter-Flasche "Asbach Uralt" und noch einiges mehr wurde unter großem Hallo und mit lautstarken Gesängen in die Truhe gelegt. Mit dem Verschließen des Deckels wurde dann die

Burschenschaft Hasenlauf 1984

offiziell bis zum nächsten Grenzgang 1991 aufgelöst.
Zum Abschluß wurde noch einige Male kräftig auf das Gelingen des nächsten Grenzgangs angestoßen.

Die Mitglieder der Burschenschaft Hasenlauf 1984

Der Vorstand

Matthias Peuckert 1. Führer
Karl-Uwe Velte 2. Führer
Rainer Henkel 1. Schriftführer
Georg Albert Kötteritzsch 2. Schriftführer
Jürgen Hof 1. Rechner
Thomas Achenbach 2. Rechner
Armin Kreutz 3. Rechner


Würden- und Lastenträger

Chefanstimmer Martin Schmeck

Oberkassenrundenanstimmer

Peter Liebetrau
Mädchenführer Jörg-Uwe Schmidt
Bursche Blitz Thomas Gerhardt
Fahnenträger Andreas Wille
Fahnenträger Fred Liebetrau
Fahnenträger Stefan Roth
Fahnenträger Norbert Kessler
Fahnenträger Thomas Winzer
Fahnenträger Birger Kreutz
Fahnenträger Matthias Biek
Fahnenträger Jörg Schmitt
Fahnenträger Thomas Rudeloff


Alle 55 Burschen

Achenbach, Thomas
Biek, Matthias
Blöcher, Mathias
Boos, Phillip
Burger, Stephan
Cottu, Markus
Demme, Klaus
Eckert, Manfred
Endes, Karsten
Engelhardt, Carsten
Engelhardt, Olaf
Geiss, Peter
Gerhardt, Thomas
Grebe, Christian
Henkel, Martin
Henkel, Rainer
Herold, Bernd
Hof, Jürgen
Hund, Andreas
Jung, Holger
Kessler, Norbert
Kötteritzsch, Georg Albert
Kramer, Uwe
Kreutz, Armin
Kreutz, Birger
Kümpfel, Michael
Liebetrau, Fred
Liebetrau, Peter
Maaß, Stefan
Peuckert, Andreas
Peuckert, Matthias
Reusch, Gerhard
Roßbach, Peter
Roth, Robert
Roth, Stefan
Rudeloff, Thomas
Runzheimer, Steffen
Schäfer, Thomas
Schmeck, Martin
Schmidt, Jörg-Uwe
Schmidt, Jost
Schmitt, Jörg Heinrich
Schneider, Ralf
Schneider, Uwe
Scholz, Thomas
Siebott, Ralf
Strenger, Hagen
Thielmann, Jens
Velte, Karl-Uwe
Vollenberg, Jörg
Wenz, Hans-Jürgen
Wever, Justus
Wille, Andreas
Winzer, Thomas
Wolf, Dietrich

Die Burschenschaft Hasenlauf 1984

Gruppenfoto Burschenschaft Hasenlauf 1984

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© Copyright Eckhard Henkel, letzte Änderung am 20.02.01