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Am 8. Januar 2005 war es mal wieder soweit, die Burschenschaft Hasenlauf traf sich zu ihrer Jahreshauptversammlung.
Diese Versammlung hatte ein paar Besonderheiten an sich. Denn es galt nun, einen Schlußstrich zu ziehen unter den Grenzgang 1998, es sollte die Kasse geleert werden und es ging darum, sich rückblickend auf die vergangenen Jahre zu versichern, wie schön doch alles war.
Und, da waren sich alle Anwesenden einig, die Gründungs- und Stamm-Gaststätte "Zur Luise" konnte wieder als Veranstaltungsort genutzt werden, somit war der kollektive Seelenfrieden der Burschenschaft in Sachen Heimatlokal wieder hergestellt.
Die Versammlung stand in Vorfreude auf die anstehende Gründungsversammlung 2005 nach Ostern, wenn es wieder einmal nach 7 Jahren darum geht, sich für einen Grenzgang zu rüsten.
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Vor diesem Hintergrund eröffnete Führer Brunner die Versammlung pünktlich um 20:00 Uhr . Der dritte Führer und der erste Schriftführer ließen sich jeweils mit 20 Litern entschuldigen. |
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Somit verlas Bursche Schneider der Jüngere das Protokoll der letzten Versammlung, ... |
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... was bei jungen wie auch ... |
| ... älteren Burschen auf gespanntes Interesse, wohlwollende Aufmerksamkeit und sichtliche Erheiterung traf. |
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In Folge war es dem Rechner Plohnke ein Vergnügen, den aktuellen Kassenbericht zu verlesen, hatte er doch unterm Strich eine Zahl stehen, die es ermöglichte, daß im Laufe des Abends einige freie Getränkerunden zu verzehren waren. |
| Andächtig lauschten die alten und auch neue Jungburschen den
Ausführungen. Hatte sich doch im Vorfeld der Veranstaltung herum gesprochen, daß es an diesem Abend galt, die Reste der Ersparnisse zu vernichten. Was wohl als ein Grund für die gute Beteiligung an der Veranstaltung betrachtet werden kann. |
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In Vorfreude auf den anstehenden Grenzgang hatten sich sogar
zwei neue Jungburschen eingefunden, die sich kurz vorstellen durften. Es war der Bursche Schwarz, der bekannt gab, sich für eine Kandidatur als Wettläufer zu interessieren. |
| Und es war der Bursche Matern, den wir hier in einer Ablichtung sehen, die erst am späteren Abend aufgenommen wurde. |
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Nach einer Pinkelpause konnten sich die Burschen an schmackhaften Mettbrötchen erfreuen, die die Wirte Ulli Jung und Kalle Jung spendierten. |
| Die besondere Kassensituation und die Herausforderung, an
diesem Abend mehr ausgeben als einnehmen zu wollen, stellte neue
Anforderungen an das Verfahren der Bestrafungen. Statt straffälligen Burschen eine "Literlast" aufzubürden, hatte sich der Vorstand eine besonders schmerzliche Alternative einfallen lassen: Die Delinquenten hatten sich dem Verzehr eines Glases Kümmel zu unterziehen, dementsprechend war ein gut gekühlter Vorrat dieses Spirituosenerzeugnisses und eine Batterie von Gläsern am Vorstandstisch in Position gebracht worden. |
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Es dauerte nicht lange, bis die ersten Strafen verteilt werden mussten, denn die obligatorische Liederbuchkontrolle vor dem Anstimmen des ersten Liedes ist stets ein Garant für die Identifizierung von Fehltretungen. |
| Das Absingen der "Drei Lilien" kann als kurze Unterbrechung der Bestrafungen gewertet werden. |
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Denn die Zahl der auffällig gewordenen Burschen erhöhte sich kontinuierlich, man hätte meinen können, daß sich manchen Burschen ihre versteckten masochistischen Neigungen offenbarten. |
| Plötzlich fiel dem Jungburschen Schwarz ein, daß er ja zu spät zur Versammlung erschienen sei und daher bestraft werden müsse. |
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Und es wimmelte und ... |
| ... wimmelte an Delikten und Bestrafungen. |
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Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden unter anderem die bislang festgelegten Termine für 2005 verlautbart. Als besonders herausragend darf dabei der Termin für die "Gründungsversammlung" genannt sein, es wird der
Samstag, 9. April 2005, 20:00 Uhr, in der Gaststätte "Zur Luise"
sein - zu diesem Termin sind alle potenziellen Jungburschen eingeladen!
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Wie üblich, wurde der offizielle Teil der Versammlung mit
dem Absingen der "Alten Burschenherrlichkeit" abgeschlossen. Auch die "frischen" potenziellen Jungburschen hatten dabei ihr Vergnügen, wie beispielsweise bei den rituellen Handlungen am Ende des Liedes. |
| Ein Prosit auf die alte Burschenherrlichkeit! |
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Nun gesellten sich die Häschen dazu, sie hatten zuvor im Lokal "Zum Rathaus" ihrerseits eine Versammlung. |
| Der inoffizielle Teil sollte sich noch bis in die frühen Morgenstunden hinziehen. |
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Der Abschied vom Grenzganz 1998, die Vorfreude auf den Grenzgang 2005, das innere Seelenfest, wieder in der "Luise" zu tagen, das kürzlich stattgefundene christliche Fest - all das kann sich bei sensiblen Zeitgenossen zu einen emotionalen Overkill aufsummieren. |
| Da muß schon mal ein älterer Bursche einspringen, um den erforderlichen Beistand zu leisten, mit dem Ziel, wieder Halt, Orientierung und Vertrauen zu vermitteln. |
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In besonders schweren Fällen werden weitere Altburschen für solche Zwecke benötigt. |
| Gegenseitiger seelischer Beistand kann aber auch bei älteren Burschen und Häschen erforderlich und schmerzlindernd sein. |
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Als Energiespender und Seelentröster hat die Schankstube eine Auswahl an Mitteln parat. |
| Gerade auch die jüngsten Burschen erweisen sich in solchen Situationen als emotional anlehnungsbedürftig. |
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Im Laufe des Abends konnte aber eine umfassende psychologische Notfallversorgung etabliert und praktiziert werden, so daß im Ergebnis die spontane Lebensfreude wieder erweckt wurde. |
| Es gab also in dieser Hinsicht nur noch Siege an allen Fronten zu verzeichnen. |
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Klar, daß so was irgendwann auch anstrengend wird und die Kräfte nachlassen ... |
Wie so oft konnte wieder einmal eine rundum gelungene Veranstaltung zu einem erfreulichen Ende geführt werden!
Trotz des Kümmels ...
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© Copyright Eckhard Henkel. Letzte Änderung am 11.01.05.