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| Am
Freitag, dem 17. Juli 1998 wurde die feierliche Schleifenüberreichung der Mädchen der
Burschenschaft Hasenlauf, den "Häschen", auf der Schloßterasse vollzogen und
gefeiert. Die Häschen hatten sich für diese Feier ausgesprochen gut vorbereitet, so daß dieses Fest allen Anwesenden in bleibender Erinnerung bleiben sollte. Es war für 20:00 Uhr geladen worden. Die Burschen und Häschen hatten keine Mühe gescheut, sich dem Anlaß entsprechend in festlicher Kleidung zu dieser Feier einzufinden. Nachdem die Burschen und Häschen durch einen Trunk "Häschensekt" feierlich begrüßt wurden, dauerte es nicht lange, bis sich die Delegation der offiziellen Burschenfunktionäre, Oberst, Hauptmann, deren Adjutanten und die Wettläufer durch das Peitschenknallen der Wettläufer im Schloßhof ankündigten. |
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Zunächst wurden alle Anwesenden vom ersten Führer der Burschenschaft
Hasenlauf Stephan Brunner begrüßt.
Dieser Begrüßung folgte eine Begrüßung durch die erste Führerin der Häschen, Irene
Ladehof.
Sie nahm die Gelegenheit wahr, auf die Bedeutung und Geschichte der Schleifenüberreichung
hinzuweisen.
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Kaum,
daß sie ihre Ausführungen zu Ende bringen konnte, wurde sie von einer Person
unterbrochen, die sich als Putzfrau der Gaststätte "Zur Luise" vorstellte. Sie erschien in ihrer Arbeitskleidung und nahm sich gebührend Zeit, ihre Tätigkeit in dem Stammlokal der Burschenschaft Hasenlauf Revue passieren zu lassen. Manch jüngerer oder zugereister Anwesende hatte etwas Mühe, den Ausführungen zu folgen, waren diese doch in Platt gehalten. Die Hörer konnten somit vernehmen, welch leidvolles Schicksal dieser Reinigungskraft in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten widerfuhr. Ihren Darstellungen gemäß hatte sie es doch mit einer Reihe von Arbeitgebern zu tun und somit wechselnden Arbeitsbedingungen. Sie wusste auch von mancher Episode, die sich in dem Traditionslokal zugetragen hatte, zu berichten... Diese Ausführungen wurden mit großem Interesse von den Burschen und Häschen verfolgt. Gelegentlich waren Mutmaßungen zu vernehmen, daß der Identität der Reinigungskraft zu mißtrauen sei. Es raunte im Publikum, der 3. Führer der Burschenschaft würde sich als Putze ausgeben. |
| Nachdem
die "Putze" ihr Leid geklagt hatte und ihr Vortrag mit Begeisterung honoriert
wurde, stand der offizielle Höhepunkt an: Die Schleifenüberreichung. Die Häschen präsentierten eine schmuckvolles Schleife, mit der sie ihre Verbundenheit mit der Burschenschaft Hasenlauf im Grenzgangsjahr 1998 zum Ausdruck bringen. Die Ehre, die Schleife zu überreichen, hatte das jüngste Häschen, Sabine Reibert. Im Bild nebenan sehen wir sie mit der Schleife und an ihren Seiten den 1. Führer der Burschenschaft, Stephan Brunner sowie die 1. Führerin der Häschen, Irene Ladehof. |
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Hier können wir
sehen, wie sehr sich der Führer Brunner freut, nachdem die Schleife an der Fahne der
Burschenschaft angebracht wurde. Sowohl unter ideellen wie ästhetischen Aspekten wirkt die Schleife an der Fahne der Burschenschaft ausgesprochen gefällig. Den Häschen sei auch an dieser Stelle ausdrücklich gedankt! |
| Nachdem der offizielle
Teil der Schleifenüberreichung beendet wurde, bat man erstmalig für diesen Abend zum
Tanz. Nebenan können wir den Reiter der Burschenschaft Hasenlauf Cottu bewundern und feststellen, daß er sich nicht nur auf Pferden, sondern auch auf gesellschaftlichem Parkett wohlfühlt. |
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Nicht weniger
bedeutend ist, daß sich offensichtlich der 1. Füher der Burschenschaft und die 1.
Führerin der Häschen gut vertragen haben. Wie sollte auch besser die Verbundenheit zwischen Burschen und Häschen zum Ausdruck kommen? |
| Nach dieser ersten
Tanzrunde wurde der Abend durch eine Reihe von Programmpunkten der Häschen bereichert. Ein erstes Spielchen bestand darin, daß zwei Burschen im Wettbewerb Möhren raspelten. Bursche Flamm und Mädchenführer Cramer hatten dabei ihr Vergnügen. |
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In einem weiteren
Wettbewerb hatten eine Reihe Burschen einige Aufgaben zu erfüllen, wobei in jeder Runde
der Bursche von der weiteren Teilnahme ausschied, der diese Aufgabe in der längsten Zeit
erfüllte. Es ging darum, unterschiedliche Gegenstände zu organiseren: Kaffelöffel, Häschenschuhe, Klopapierrollen, Kondome, Ohrringe, etc. Als eindeutiger Sieger aus diesem Wettbewerb ging der Bursche Sporleder hervor. Als Belohnung erhielt er ein "Grenzgangs-Survival-Kit". |
| Der erste
Führer der Burschenschaft, Stephan Brunner, wurde von den Häschen zu einem Spielchen
eingeladen, das nicht nur ihm, sondern allen Anwesenden großes Vergnügen bereitete. Führer Brunner hatte seinen Kopf und die Hände (bzw. die "Füße") aus einem präparierten Tuch herauszustrecken. Er wurde von den Häschen verwöhmt, in dem sie ihn mit Nahrungs-, Genuß- und Pflegemitteln versorgten. Dem Bild rechts kann man entnehmen, daß er sich sehr über die Zuführung eines Würstchens mit Senf erfreut. Da seine Hände in den Schuhen gebunden waren, wurde es erforderlich, daß ihm andere helfende Hände die genannten Mittel zuführten. |
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Wie man sieht, erfordert es doch einige Konzentration, wenn die Nahrungsversorgung fremdbestimmt verläuft. |
| Nachdem dem Probanten
einige Genußmittel zugeführt wurden, erschien es ratsam, ihm die Zähne zu putzen und
das Gesicht einzucremen. Das dargestellte Schauspiel hatte große Resonanz und Begeisterung bei allen Anwesenden. Ein dickes Lob an die Häschen! |
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Auch den "Offiziellen" hat es an diesem Abend gut gefallen, zu Gast bei der Burschen- und Mädchenschaft Hasenlauf gewesen zu sein. |
| In einem weitern
Spielchen ging es darum, daß den zuvor herausgeschickten Führern die Aufgabe gestellt
wurde, Burschen wiederzuerkennen, auch wenn ihr Gesicht durch eine Strumpfmaske verzerrt
wurde. Angesichts der Charakterköpfe fiel diese Aufgabe allerdings nicht sonderlich schwer. Spaß hatten aber alle dabei. |
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Oberst, Hauptmann,
Reiter und Adjutanten hatten sich zu einem Spiel eingefunden, in dem jeder eine Rolle
derart einzunehmen hatte: König, Königin, Kutscher, Kutsche usw. Im Verlauf einer vorgetragenen Geschichte hatte jeder seine Rolle gemäß dann aufzustehen und seine Stuhl zu umkreisen, wenn der Name seiner Rolle im Vortrag fiel. Konnte der Teilnehmer nicht ganz folgen, hatte er sich der Strafe eines Kümmels auzusetzen. Nun denn... |
| Insgesamt kann gesagt
werden, daß allen Anwesenden, Burschen, Häschen, Offizielle dieser Abend großes
Vergnügen bereitet hat. Jeder ist seiner Natur gemäß auf seine Kosten gekommen. |
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Auch der Korrespondent war zu Ende hin etwas vom Abend gezeichnet... |
| Die einschlägige
Lokalpresse berichtete zwei Tage später von dem Ereignis. Um der Bedeutung gerecht zu werden, entschied sich die Redaktion (zu recht!) dazu, auf der ersten Seite des Presseerzeugnisses mit einem Farbfoto auf die herausragende Veranstaltung hinzuweisen. |
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© Copyright 1998 Eckhard Henkel
Letzte Änderung am 08.04.00