![]()
| Die Jahreshauptversammlung 2001 der
Burschenschaft Hasenlauf fand am Samstag, dem 13. Januar 2001 im
Hinterzimmer der Gaststätte "Kottenbach" statt.
Pünktlich um 20:00 Uhr begrüßte der 1. Führer Stephan Brunner die anwesenden Burschen unter Hinweis auf diejenigen, die sich wegen ihrer Abwesenheit entschuldigen ließen. |
|
![]() |
Der 2. Führer Fred Liebetrau ließ sich
entschuldigen, da er Skifahren musste.
Der 1. Schriftführer Olaf Böggering war ebenfalls nicht anwesend (er mußte studieren) und ließ sich diesen Umstand 50 Liter kosten. Als erster Tagesordnungspunkt stand die Verlesung des Protokolls der letzten Hauptversammlung an. |
| Der 2. Schriftführer Eckhard Henkel hatte
erstmalig die Ehre, das Protokoll zu verlesen und auch das Protokoll der
aktuellen Sitzung zu erstellen.
Diese Ehre war ihm 20 Liter wert. Bei dieser Gelegenheit wurde dem 1. Schriftführer gedankt, der in all den bisherigen Sitzungen der Grenzgangssaison 1998 treu seinen Pflichten der Protokollerstellung ohne Unterbrechung nachkam. In Abwesenheit wurde ihm außerdem die Ehre zuteil, wegen eines Fehlers im Protokoll der letzten Hauptversammlung weitere 5 Liter zu spendieren. Bedauerlicherweise hatte er sich bei der Benennung der Währungseinheit für Spenden etwas vertan und hatte statt "Liter" einen unzulässigen Begrifff gewählt. |
![]() |
![]() |
Dem 3. Führer unterlief ebenfalls ein Patzer - er verwechselte "Rechner" mit "Schriftführer" - auch das wurde sogleich mit 5 Litern geahndet. |
Sodann wurden vom 1. Führer Brunner die im vergangenen Jahr stattgefundenen Zivilstandsänderungen erwähnt. Es handelte sich um die ehemaligen Burschen Velte, genannt "Charly", den Burschen Stephan Schmidt, genannt "Fischbach" und den Burschen Moses. Die 3 Burschen hatten es vorgezogen, die Freiheiten des Burschendasein aufzugeben, um in den (Zitat) "todsicheren Hafen der Ehe" einzulaufen.
|
Es folgte der Kassenbericht.
Leider war es zuvor nicht möglich, eine Kassenprüfung vorzunehmen. Die Anfrage des im Vorjahr nominierten Kassenprüfers Brunner junior, ob sich denn der "Nebel gelichtet" habe, konnte vom ersten Führer nur unzureichend beantwortet werden. Daher erfolgte die Verlesung der Bilanzposten, wie sie dem Vorstand aktuell bekannt waren. Von einem Burschen wurde die (Zitat) "Achtsamkeit der Kassenprüfung" betont bzw. in Frage gestellt. Es ergab sich eine muntere Diskussion darum, wie denn der "Nebel" (Zitat Brunner junior) über der Kassensituation zu lichten sei. Zur Lösung der Problematik fielen in diesem Zusammenhang Begriffe wie "Kreditreform" und "ukrainische Inkasso-Gesellschaft". |
![]() |
Von den versammelten Burschen wurde beschlossen, erneut einen verantwortlichen Kassenprüfer zu bestimmen.
Der Bursche Damm regte an, doch alle Anwesenden zur Wahl vorgeschlagen. Er wurde vom 3. Führer darauf hingewiesen, daß er das Prinzip einer solchen Wahl nicht verstanden habe und daß daher der Vorschlag abgelehnt werde.

Mehrere Burschen wurden für dieses Amt vorgeschlagen: Bursche Sporleder, Bursche Stähler, Bursche Brunner junior, Bursche Damm, Bursche Schneider, Bursche Siebott, Bursche Flamm, Bursche Bußmann, Bursche Cramer und Adjutant Wille. In einer anschließenden Abfrage lehnten die meisten vorgeschlagenen Burschen die Teilnahme an der Wahl ab und entschuldigten sich jeweils mit Beträgen zwischen 10 und 15 Litern. In Summe kamen dabei 78 Liter zusammen, die wie auch die weiteren sich am Abend ergebenden Spenden einem recht unmittelbaren Verzehr zugeführt werden konnten.
Aus der Wahl zum Kassenprüfer ging der Bursche Brunner junior mit 9 Stimmen hervor. Er ließ sich diese Ehre 10 Liter kosten.
|
|
Da eine Kassenprüfung einen zweiten Prüfer
erfordert, wurde sodann in einer 2. Runde ein weiterer Kassenprüfer
bestimmt.
Eine erneute Vorschlagsrunde wurde als erforderlich betrachtet. Bursche Sporleder glänzte dadurch, dass er den Burschen Brunner junior vorschlug. Der Faux Pas war ihm dann 2 Liter wert. |
|
Bursche Schneider schlug den "Nachtburschen Damm" vor. Die Wortwahl traf auf Mißverständnisse: Einige verstanden "Bachbursche Damm", andere "Nacktbursche Damm".
Zwischendurch wurde der Durst mit einer Kassenrunde gelöscht. |
|
|
|
Vor der eigentlichen Wahl
"repakatipulierte" der Protokollant die Liste der Vorschläge.
Die Ablehnungsrunde bescherte jetzt nur noch 22 Liter in Summe. Aus der Wahl ging besagter Bursche Damm mit 8 Stimmen als 2. Prüfer hervor. Diese Ehre war ihm 8 Liter wert. Nach der Wahl wurde gegen 21:00 Uhr eine dringend notwendige Pinkelpause eingelegt. |
|
Im Anschluß an die Pause wuchs der Drang, gemeinsam ein Lied
anzustimmen. Zuvor erfolgte die obligatorische Liederbuchkontrolle als
Tagesordnungspunkt 4.A.
Dabei fielen diejenigen Burschen in das Licht der Aufmerksamkeit, die kein persönliches Exemplar vorweisen konnten. Bursche Flamm wähnte seine Ausgabe in Restauration. Es kam der Verdacht auf, das gute Stück sei den Fluten des Ijsselmeers zum Opfer gefallen. |
|
Bursche Schneider machte fadenscheinige Argumente geltend in dem Sinne, daß sein Büchlein gestohlen sei.
|
|
Es ergab sich eine Diskussion über Sinn und
Zweck des bislang verwendeten Liederbüchleins.
Schriftführer Henkel und Bursche Damm erklärten sich bereit, eine Zusammenstellung der relevanten Lieder, wie sie von der Burschenschaft gemeinhin gesungen werden, vorzunehmen und diese in der nächsten Versammlung vorzustellen. |
|
Angestimmt vom Burschen Damm erfolgte in kollektiver Inbrunst
der Abgesang der "Drei Lilien", gefolgt von einem schmetterndem
"Zicke-Zacke-Hasenlauf"-Ruf.
Das sorgte bei allen Anwesenden für einen vorübergehenden Seelenfrieden. Die Tagesordnung schritt zum nächsten Punkt, der Terminplanung für das neue Jahr. Besser gesagt, die definierten Termine wurden vom 3. Führer verkündet. Eine intensive Diskussion ergab sich aus der Frage "Wo soll der Osterfrühschoppen stattfinden?". Jedoch konnte keine abschließende Antwort gefunden werden. Nach Verkündung der Termine beantragte der Bursche Schneider, beim Arbeitsdienst im November "nicht mehr den Wald leer zu rechen". |
|
|
|
Vom Vorstand wurde verkündet, daß das in
manchem Vorjahr praktizierte Straßenfest in diesem Jahr nicht stattfinden
wird.
Bursche Brunner junior wollte eine Frage zum Thema
"Tanz in den Mai" formulieren. Mitten in der Diskussion um die Gestaltung des
Maibaumaufstellens beantrage der Adjutant Wille, die geplante Pinkelpause
vorzuziehen. |
Vom Burschen Damm wurde der Vorschlag eingebracht, falls sich
bei der Maibaumholaktion nicht genügend Burschen einfinden sollten, möge man
online unter der Adresse www.holz-schmidt.de
einen Baum bestellen.
In ähnlicher Manier schlug der Bursche "Teldafax" vor, den Maibaum
dann von Insassen der Jugendheims Staffelberg aufstellen zu lassen. Das Thema
wurde nicht weiter verfolgt.
Es folgte eine 2. Pinkelpause und die 3. Kassenrunde.

Danach ergab sich eine Debatte um die Zusammenlegung eines Arbeitsdienstes der Burschenschaft auf einen Termin, an dem die Männergesellschaft bereits einen Arbeitsdienst geplant hatte.
Unvermittelt fiel vom Burschen "Teldafax" das Zitat: "Der Maibaum ist ein saisonales Geschäft!"
Die Debatte um den Arbeitsdienst endete damit, daß der vom Schriftführer Henkel eingebrachte Vorschlag, den geplanten Arbeitsdienst am 31.03. flachfallen zu lasen, angenommen wurde. Stattdessen wurde der 07.04. eingeplant.
Vom Burschen Brunner junior kam die "prinzipielle"
Frage, wie denn der Umgang mit Handys in Versammlungen geregelt sei, denn er
hatte beobachtet, daß der Führer Henkel (Zitat) "da an seinem Aparillo
herumspielte".
Daraufhin ergötzte sich der Führer Henkel in einer längeren Ausführung zum
Thema Mobilfunk und Moral.
|
|
"Ihr Schweine wollt mich abribbeln"
- ja, diese Worte fielen während der Versammlung.
Auf Antrag des Burschen Damm findet das Zitat Eingang in das Protokoll. Gemäß Beschluß der Nr. 1 wird jedoch darauf verzichtet, den Autor zu nennen. |
Um die etwas wirre Stimmung zu entkrampfen wurde das Lied "Grenzgang am Hasenlauf" angestimmt, bevor die Sitzung zu einer weiteren Pinkelpause unterbrochen wurde.
Der À-Capella-Gesang ist als historisch wertvolles Tondokument
überliefert.
Jedoch möge man sich beim audiophilen Genuß vergegenwärtigen, daß die
Aufnahme 2 Stunden nach Versammlungsbeginn entstand. Bis dorthin waren bereits
mehrere Kassenrunden und weitere Getränke verzehrt worden.
|
In der Pause wurden die Burschen mit einer Runde Zigarren vom Schriftführer Henkel versorgt. |
|
Unmittelbar nach der Pause stellte der Bursche Stähler den
Antrag, eine Gedenkminute für die 11 deutschen BSH-Rinder einzulegen.
Der Antrag wurde kurz entschlossen vom 1. Führer übergangen und die Diskussion
zum Thema Termine wurde fortgesetzt.
|
Bursche Flamm hatte das Wort: "Ich möchte beantragen,
daß per Abstimmung entschieden wird, ob in alter Tradition das Maibaumholen
manuell oder mit technischen Hilfsmitteln gestattet ist."
Auf Nachfrage erläuterte er: "Technische Hilfsmittel sind Traktoren und jegliche Art von Schleppfahrzeugen. Manuelle Hilfsmittel oder besser gesagt 'Manuell Holen aus dem Wald' heißt: 'Auf dem Arm'." |
|
Vom Adjutanten Wille wurde die mangelnde Anwesenheit der Burschen bei den Maibaumaktionen angemahnt. Mit 5 bis 7 Burschen sei eine solche Aktion ohne technische Hilfsmittel nicht möglich und daher sei der Antrag abgelehnt.
Es kam die Rede auf das "Kärrnche" des Führers
Roth aus dem Grenzgang ’91. Nun folgten Fragen und Legenden über ehemalige
Besitzstände der Burschenschaft. Die Rede kam auf eine Motorsäge, eine
Zapfanlage sowie eine Lichterkette und deren Verbleib. Das Anlagevermögen wurde
als abgeschrieben deklariert. Bursche Damm: "Ist für den Verbleib der
Zapfanlage nicht der ehemalige Zustand vorständig - äh - Vorstand
zuständig?"
Adjutant Wille meinte, der vermeintlichen Regreßpflichtigkeit könne mit einem
Verlustvortrag begegnet werden.
Führer Henkel brachte die Rede auf vermisste Dias des Jahres 1984 und seine Vermutung über deren Lagerort. Er schlug ein "Rollkommando" an der Stätte seines Verdachts vor. Eine anders lautende Vermutung, die Dias seien vielleicht im Besitz des damaligen "Burschen Blitz" Thomas Gerhardt, wurde dadurch entkräftet, daß der Führer Brunner ausführte, er habe den damaligen Hofphotographen bereits kontaktiert und zu der Anfrage eine negative Antwort erhalten.
Die Diskussion wurde dadurch abgebrochen, daß der wortführende 1. Führer erneut ein Lied anstimmen ließ.
![]() |
Nach dem "Grenzgangswalzer" wurde
eine Pinkelpause eingelegt.
Der Wirt Stefan lud alle Anwesenden zu einer Runde Slivovic ein, was ihm mit einem kräftigen "Trullala" gedankt wurde. Zur Orientierung: Nun war es 22:45 Uhr. |
|
Es ging zurück zur Tagesordnung.
Der wortführende 1. Führer war der Meinung, das Thema "Termine" sei noch nicht abschließend geklärt. So formulierte er die Ansicht, der Tagesordnungspunkt "Zusammenlegung der Arbeitsdiensttermine" sei immer noch nicht entschieden und deklarierte mit "Order per Mufti" den Termin des 31.03. als obsolet. |
|
![]() |
Der 3. Führer hingegen war der Meinung, das
Thema "Traktor" im Zusammenhang mit dem Maibaumholen sei noch
aktuell und fabulierte von alten Zeiten und jungen Männern mit nackten
Oberkörpern.
Unvermittelt entstand ein Sprechgesang, der rhythmisch eine Kassenrunde einforderte. Der eindringlichen Formulierung diese Ansinnens konnte der Führer Henkel trotz energischer Proteste ("Lied aus!") nicht entgegenwirken. |
|
Eine eifrige Kalkulation des Rechners Plohnke ergab, daß der
aktuelle Kassenstand eine solche Runde nicht erlauben würde.
Es sah so aus, daß dem Ansinnen auf eine Kassenrunde ein Betrag von 20 Litern fehlte. Spontan erklärte sich der Schriftführer Henkel bereit, für einen Ausgleich dieses Defizits zu sorgen, was ihm ebenso spontan von der versammelten Runde kräftig gedankt wurde. |
|
![]() |
Die Frage zum Austragungsort des
Osterfrühschoppens wurde erneut dem Diskurs unterworfen.
Als Alternative zum zuvor diskutierten Schützenhaus wurde das Hasenlaufhäuschen in Erwägung gezogen. Ein interessanter Vorschlag wurde vom Burschen Bußmann gemacht: "Eiserner Heinrich". Jedoch konnte kein Konsens gefunden werden. |
Das Thema Termin und Ziel einer Wanderung wurde erneut angerissen.
Mit betont ruhiger und sachlicher, aber ungewöhnlich leiser Stimme, trug der 3. Führer Henkel seine Position zum Thema "Wanderung" vor:

"Die Diskussion, und das ist eine neue
Diskussion, findet eben immer wieder statt, daß so langsam an eben diesem
Zeitpunkt ...
Es geht darum, daß man an diesem Zeitpunkt, an diesem - wie heißt das? (ihm
wurde soufliert: 'Himmelfahrt!') - an diesem Zeitpunkt - sehr häufig
anderweitig orientiert ist. Die Frage ist: Wollen wir zusammen wandern? Und wenn
ja, wollen wir nun schlußendlich an diesem Termin wandern? ... Da taucht dann
einfach diese Idee auf, wir brauchen an diesem Termin gemeinschaftlich mit der
Burschenschaft nicht zu wandern, weil es genügend andere Gesellschaften gibt,
die an diesem Termin ohnehin starten. Die Frage ist: Wie geht‘s weiter? So
kommt zum Beispiel so 'ne Idee zustande, daß man sagt, wir wandern gar nicht,
zumindest nicht an diesem Termin, sondern wir diskutieren über irgend einen
anderen Termin. Stand der Dinge.
Wir werden nicht mehr an diesem Termin wandern. Die Frage ist: Wollen wir da
wandern? Wie geht’s weiter?"
Aufgrund dieser überzeugenden Darstellung erfolgte unmittelbar ein vehementes und kollektives "Dem Rainer sei ein Trullala, Trullala, ...!"
Vom Burschen Bußmann wurde angeregt, einen
Hasenlauf-spezifischen Treffpunkt im Wald zu installierern, eine offene
"Bier-Bar" unter freiem Himmel, um sich von dem allgemein und
hinlänglich bekannten Wanderziel Sackpfeife abzuheben.
Weitere ausgiebige Debatten zum Thema Wanderung verliefen ergebnislos.
Nun wurde es wieder Zeit, ein Lied zu singen.
Vom Burschen Damm wurde der Versuch unternommen, ein bisher selten (vermutlich
gar nicht ?) intoniertes Gesangsstück dem sangeswilligen Forum schmackhaft zu
machen. Jedoch, der Versuch, das Lied "Kennst
Du die Perle der Lahn" in der Melodie des Kufsteinlieds zu intonieren,
mißlang in voller Breite. Ein weiterer Versuch, "Tief
im Hinterland" anzustimmen, gelang nur geringfügig besser.
|
|
Jetzt war mal wieder Zeit für eine
Pinkelpause.
Danach war erneut das Thema Wanderung im Gespräch. Um das Ganze abzuschließen wurde dem Vorstand per Aklamation die Kompetenz und Entscheidungsbefugnis bezüglich Termin und Ziel zugesprochen. Zitat der Nr. 1: "Der Vorstand ist ermächtigt, irgendwas zu entscheiden." Der erste Führer dankte für das "großartige Vertrauen, daß dem Vorstand entgegen gebracht" wurde. |
| Nun wurde der Mädchenführer Cramer vom 1. Führer beauftragt, "die Hühner zu holen." |
|
Mit dem gemeinsamen Singen der "Burschenherrlichkeit" wurde um 23:40 Uhr die stellenweise recht turbulente Sitzung beschlossen.
![]()
Die "MP3"-Audio-Dateien im Überblick:
"Grenzgang am
Hasenlauf" 1.832 kB
"Kassenrunde" 406 kB
"Kennst Du die Perle der Lahn" 638 kB
"Tief im Hinterland" 1.673 kB
![]()
© Copyright Eckhard Henkel, letzte Änderung am 06.10.01