![]()
| Am Samstag, dem 20. Januar 2000 wurde pünktlich um 20:00 Uhr die Jahreshauptversammlung der Burschenschaft Hasenlauf für das Jahr 2000 in der Gaststätte "Kottenbach" durch den ersten Führer Stephan Brunner eröffnet. |
|
Als erster Tagesordnungspunkt wurden einige "Zivilstandsänderungen" verkündet, da einige Burschen das sichere Fahrwasser der Burschenschaft gegen den vermeintlich sicheren Hafen der Ehe eingetauscht hatten. Es waren dies die Burschen Plohnke, Engelhardt sen., Engelhardt jun., Scharmann, Roth und der Rechner Blöcher. Der Vorstand ließ es sich nicht nehmen, ihnen die besten Wünsche für die Zukunft auszusprechen. Mehrere Nachfragen durch die Burschen ergaben, dass es dem Altbursche Plohnke eine Freude war, auf seine Heirat erneut eine Runde auszugeben.
Wegen Zuspätkommens räusperten sich die Burschen Bußmann, Gerhardt, Mock und Endes mit 5 bis 10 Litern.
Bursche Blöcher sen. hatte es sich an diesem Abend ebenfalls nicht nehmen lassen, seinen Geburtstag mit den Burschen zu feiern. Mit einem kräftigen "Trullala" ließ die versammelte Gesellschaft ihn hochleben. Beim Anblick der ebenso durstigen, wie erwartungsvollen Augen versprach er sogleich, sich nach der Pause zu räuspern.
Bursche Glink jun. brachte einen Gast mit, der sich als Bursche Henning Nünemann vorstellte. Bursche Gillmann erschien gegen 20:20 Uhr. Ob sein mitgebrachter Blindenhund wohl dafür verantwortlich war? Auf die Frage des dritten Führers Henkel, ob er denn nicht eigentlich etwas sagen wolle, antwortete dieser: "Jetzt ja - 10 Liter."
![]() |
Als Bursche Kötteritzsch zu einer Strafe von 2 Litern bedacht wurde, ergänzte Führer Liebetrau sogleich mit Hinblick auf die aktuellen CDU-Parteispendenaffäre: "Aber nicht von schwarzen Kassen." |
| Rechner Plohnke gab
einen kurzen Überblick über die finanzielle Lage der Burschenschaftskasse. Er schloß mit der Bemerkung: "Die Zahlen sehen so aus, dass eine Kassenrunde möglich wäre." Auf die Frage des Burschen Brunner, warum ein Konto im Soll geführt werde, wenn doch gleich zwei Konten mit Habensaldo existieren, antwortete der Bursche "Fischbach" entrüstet: "Ist doch klar, aus steuerlichen Gründen." |
![]() |
![]() |
Es folgte, von
durstigen Kehlen sehnsuchtsvoll erwartet, eine Kassenrunde. Frisch gestärkt wurden Vorschläge zur Wahl der Kassenprüfer eingeholt. Für die wichtigen Ämter wurden die folgenden Burschen vorgeschlagen: Achenbach, Brunner jun., Bussmann, Damm, Cyriax, Endes, "Fischbach", Gerhard, Gillmann, Henkel sen., Meyer, Mock, Simmer, Sporleder, Stähler. Gegen den Vorschlag, den Burschen Kötteritzsch zum Kassenprüfer zu wählen, wurden erhebliche Bedenken geäußert, ob seine Tätigkeit bei der CDU nicht allzuviel Kreativität in der Buchführung nebst immenser Reisekosten in die Schweiz mit sich brächte. Des weiteren erschien es nicht möglich, die Herren Bürgermeister Bolldorf oder Trumps Karl (seit 3 Jahren verstorben) zu Kassenprüfern zu wählen. |
| Bei der anschließenden Abstimmung wurden die Burschen Damm und Brunner jun. gewählt. Als Führer Henkel, sichtlich vom Alkohol gezeichnet, abschließend eine
Mitteilung machen wollte, hatte er prompt einen neuen Spitznamen: "Häuptling
gespaltene Zunge". |
![]() |
![]() |
Anschließend bot
Bursche Blöcher sen. den Burschen die Möglichkeit, sich mit üppig belegten Broten zu
stärken. Worscht als willkommene Grundlage für den feuchtfröhlichen Abend war allen
sehr willkommen. Das Protokoll der Abschlußversammlung wurde verlesen
und vom Auditorium bei jeder sich ergebenden Gelegenheit gesanglich untermalt. Der
Vorstand fasste dies als Aufforderung auf und stimmte das Lied "Ich bin ein freier
Wildbrettschütz" an. Auf die Frage des Burschen Blöcher sen., wer denn nun statt des erkrankten
Mädchenführers die Häschen holen solle, antwortete ihm Führer Liebetrau: "Ruhig,
du kriegst noch dein Fleisch." |
| Die Termine des Jahres 2000 wurden vom Vorstand vorgestellt. Nachdem Bursche "Fischbach" zu seinem Polterabend auf Himmelfahrt eingeladen hatte, sagte Bursche Henkel sen., dass die Kollision zwischen Wanderung und Polterabend nur durch eine Nachtwanderung zu lösen sei. Bursche Cyriax stellte den Antrag auf ausreichende Kartoffeln beim diesjährigen Kartoffelbraten. Der Führer Henkel konterte mit der Bemerkung, Kartoffeln gäbe es nur für Arbeitsdienstler. Bursche Velte bot sich an, Kartoffeln aus Wallau mitzubringen, um etwaigen Lebensmittelengpässen vorzubeugen. Sogleich wiesen ihn einige Burschen auf den Unterschied zwischen Kartoffeln und Kartoffelsalat hin. Da die Kritik über die "Kriegsration" beim letzten Braten nicht verstummen wollte, trat der Vorstand die Flucht nach vorn an, indem er sich erst verbal und dann in Form einer Vorstandsrunde entschuldigte. |
|
Führer Brunner meinte beim Blick auf die Tagesordnung: "Es gibt nur ein wichtiges Teil". Dabei handelte es sich jedoch nicht um das edle Stück eines Mannes, wie einige Jungburschen meinten, sondern um ein sinnvolles Geschenk für die anstehende 30-Jahrfeier der Männergesellschaft Hasenlauf. Diverse Vorschläge gingen ein. Bursche Stähler meinte, eine Packung Schnellentkalker wäre ein nützliches Geschenk, während Bursche Achenbach sich anbot, die Griffe für ein Brechbecken mitzufinanzieren. Bursche Cyriax fühlte sich an seine Magenprobleme anlässlich der Freiluftveranstaltung erinnert und fragte, ob er mit den Griffen wohl das Geländer meine. Neue Bänke, eventuell wie die der Grenzgangsoffiziellen, war jedoch der aussichtsreichste Vorschlag.
Zu Disharmonien kam es, als der zweite Führer Liebetrau und der Bursche Meyer um die Verfahrensweise stritten, wie beim Toilettengang außerhalb der offiziellen Pinkelpause zu verfahren sei. Vielleicht ist es sinnvoll, sich die Regelungen der Burschenschaft, aufgestellt bereits in der ersten inoffiziellen Versammlung 1984 ins Gedächtnis zu rufen.
Hier ein Auszug:
"Strafen werden fällig bei: Biervergeudung, unerlaubtes Reden, unerlaubtes Aufstehen
von Tisch und sonstigen Störungen."
Die Höhe der Strafe soll jeweils neu entschieden werden.
Weiterhin wurde vereinbart:
- zum Reden sollte Handzeichen gegeben werden
- zum Verlassen des Tisches muß eine Genehmigung eingeholt werden
- Strafen sollten frühestens nach der jeweiligen Versammlung, spätestens jedoch vor
Beginn der nächsten, beim Rechner bezahlt werden.
Nachdem der Vorschlag des Burschen Blöcher sen. abgelehnt wurde, die Häschen von der
gesamten Burschenschaft abzuholen, schritt man zur Wahl des Mädchenführers. Aus den
Vorschlägen schienen die Burschen Sporleder ("als Faßmeister kann der anstechen")
und Führer Henkel ("dann passiert wenigstens nichts") als besonders geeignet.
Da letzterer aber nicht besonders interessiert erschien und offensichtlich einen
alkoholbedingten Filmriß von 15 Jahren zu verdauen hatte, er fühlte sich auf einmal
wieder als Schriftführer, wurde mit großer Mehrheit der Bursche Seidippe gewählt.
Um 23:00 Uhr wurde der offizielle Teil der Veranstaltung mit der Burschenherrlichkeit
geschlossen.
![]()
© Copyright Eckhard Henkel, letzte Änderung am 17.11.00